Erstellt am 26. Juni 2013, 00:00

Frieden aus Schlaining. Jubiläum / Die Friedensburg feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Über dicke Burgmauern, wegweisende Erfolge und die Utopie „Weltfrieden“.

Große Feier. Zum 30-jährigen Bestehen der Institution wird auf der Burg Schlaining am kommenden Samstag groß gefeiert. zVg  |  NOEN
Von Vanessa Bruckner

STADTSCHLAINING / Ein Zentrum des Friedens, gegründet am Höhepunkt eines Krieges. Die Friedensburg in Stadtschlaining ist einzigartig in Europa und gilt, nach der UNO City in Wien, als DER internationalste Platz in Österreich. Hier wurden bahnbrechende Erfolge für eine friedvollere Welt erzielt, hier arbeiten außergewöhnliche Menschen und hier, in der Region, wissen viele über all das trotzdem noch immer nicht bescheid.

Heuer feiert die Institution „Friedensburg“ ihr 30-jähriges Bestehen. Zeit, für einen Blick hinter die dicken Burgmauern. „All unsere Arbeit verfolgt ein Hauptziel. Den Frieden in den Köpfen der Menschen zu verankern“, sagt Sprecher Elias Bierdl. Im Vordergrund stehen intensive Forschungen zu friedenspolitischen Themen. „Wir arbeiten dabei in einem breiten Spektrum. Vom Konfliktmanagement im Klassenzimmer über das Training von Vertretern für Einsätze in Krisen- und Kriegsgebieten bis hin zur hochrangigen Vermittlung in internationalen Konflikten“, erklärt Bierdl.

Ein Beispiel für die herausragende Arbeit in Stadtschlaining: Vor wenigen Monaten fand ein geheimes Treffen mit Rebellenführern aus Darfur auf der Friedensburg statt. Im Zuge dessen wurde ein Durchbruch zum Schutz von Kindern im Bürgerkriegsland Sudan erzielt. Die Führung operierender Rebellengruppe erließ eine schriftliche Weisung an alle Feldkommandanten, im Kampf gegen die Regierungstruppen künftig auf den Einsatz von Kindersoldaten zu verzichten.

Die Friedensburg ist auch für die Region von großer Bedeutung, denn sie ist der größte Auftraggeber in Stadtschlaining und bringt der Region Gäste aus allen Teilen der Welt. Krieg und Frieden haben das Schicksal der Burg Schlaining seit jeher bestimmt. Aus dem kriegerischen Hauptquartier des Söldnerführers Baumkircher wurde 1983 schließlich ein Ort des Friedens. Heute schicken die Vereinten Nationen und EU sowie zahlreiche andere Organisationen ihre Mitarbeiter erst ins Burgenland, ehe sie in Auslandsmissionen eingesetzt werden.

Auf die Frage, ob denn der Weltfrieden das erklärte Ziel der Arbeit auf der Friedensburg sei, antwortet Elias Bierdl: „Der Weltfriede ist leider eine Utopie aber wir helfen dabei mit, konkrete Schritte hin zu einer friedlicheren Welt zu gehen.“ Gestartet wird dabei in Stadtschlaining.