Erstellt am 16. September 2015, 11:42

von Vanessa Bruckner

Fünf Superstrolche: Ein Leben für die Bühne. Die Sprösslinge der Familie Kirnbauer aus Günseck sind bereits alte Hasen im Musical-Business.

Superquintett. Sabine, Oliver, Gerald, Annika und Doreen Kirnbauer lieben Musik, die Bühne und alles, was damit zu tun hat. Die Eltern der sympathischen Kids fördern die Leidenschaft und das Talent ihrer Sprösslinge in jeglicher Hinsicht. Foto: Vanessa Bruckner  |  NOEN, Vanessa Bruckner

Wo gibt's denn hierzulande heute noch Familien mit fünf Kindern? Eben. Die Kirnbauers schaffen das, mehr noch: Die Großfamilie aus Günseck verbindet neben ihren Genen vor allem die Liebe zur Bühne und zur Musik.

Sabine, Oliver, Gerald, Annika und Doreen heißen die Kids, die zwischen fünf und 17 Jahre alt sind und, so versichern sie uns, „fast nie streiten“. Glaubt man ihnen auch (fast) aufs Wort denn Profi bleibt eben Profi – auch privat.

Spaß, Disziplin und Organisation

Sie standen bei der ‚Zauberflöte‘ in Sankt Margarethen auf der Bühne, spielten bei ‚La Boheme‘ mit und durften natürlich auch bei der Kinderoper ‚Die Schneekönigin‘, die im Juni im Eisenstädter Haydnsaal Premiere feierte, nicht fehlen.

„Musik ist ein wichtiger Bestandteil in unserer Familie“, bringt es die Mutter der sympathischen Rasselbande, Theresia Kirnbauer, auf den Punkt. Fast alle spielen ein Instrument, nehmen Gesangs- und Schauspielunterricht. Für die Kids bedeutet das jede Menge Spaß, aber auch Disziplin, für die Eltern vor allem eine logistische Herausforderung.

„Irgendwer hat immer Unterricht oder Training und wenn die Kinder dann bei großen Produktionen auf der Bühne stehen, müssen mein Mann und ich uns schon auch mal extra Urlaub nehmen“, erzählt Theresia Kirnbauer, die unglaublich stolz auf ihre Kinder ist. „Als ich sie das erste Mal auf der Bühne gesehen hab, dacht ich nur, diese disziplinierten Kinder können nicht meine sein“, berichtet sie lachend.

Begonnen hat alles mit einem Anruf von Elisabeth Pratscher, einer bekannten Sängerin und Schauspielerin aus dem Südburgenland. „Sie kennt die Kinder und hat sie gefragt, ob sie als Statisten bei der Oper die Zauberflöte in Sankt Margareten mitspielen möchten“, erinnert sich die Mama.

Treffen mit Opernstar Anna Netrebko

„Das war toll, wir spielten die Kinder, die dann aus dem Ei schlüpften. Oliver war damals erst drei Jahre alt. Er hat einfach hinter der Bühne geschlafen und wenn er einen Auftritt hatte, haben wir ihn aufgeweckt“, erinnert sich die siebzehnjährige Doreen lachend.

„Am coolsten war damals meine Rolle im Stück Pippi Langstrumpf, da war ich der Affe, Herr Nielson“, wirft Oliver ein, der heute 10 Jahre alt ist. Ein Highlight für alle fünf Kids war das Treffen mit der Starsängerin Anna Netrebko.

„Wir haben die Dame nach der Aufführung von der Schneekönigin kennengelernt, sie hat Fotos mit uns gemacht und ständig gesagt ‚Ach Gott, seid ihr toll!‘“ erzählt die 13-jährige Annika, die nur ein Ziel hat: Nach Amerika auswandern und dort Karriere als Schauspielerin machen.

„Frisörin will ich werden, wenn ich groß bin“

Oliver will lieber Notarzt werden, Gerald überlegt noch und Sabine, mit ihren fünf Jahren die jüngste der Bande, schneidet ihren Puppen gerne die Haare.

„Frisörin will ich werden, wenn ich groß bin“, verkündet die kleine Dame am vollbesetzten Tisch. Für eine Showeinlage – egal ob auf einer Bühne oder im privaten Kreis zuhause - ist die taffe kleine Dame allerdings immer zu haben.

Wie oft sie schon auf der Bühne gestanden sind, können die fünf nicht mehr zählen. „Bei der Zauberflöte waren es 42 Vorstellungen und bei La Boheme 37, das weiß ich noch“, wirft die Mama ein. Sicher sind sich alle Kirnbauers zumindest in einem Fall: Sie wollen noch so oft wie möglich über die Bühnenbretter sausen - den Scheinwerfer im Gesicht und den Applaus im Ohr.