Erstellt am 02. Mai 2012, 00:00

Fusion als Tabu-Thema. SYNERGIEN / FPÖ-Vizeobmann Norbert Hofer könnte sich Zusammenschluss von Pinkafeld und Riedlingsdorf vorstellen.

VON MICHAEL PEKOVICS

PINKAFELD / Vor Kurzem schlug FPÖ-Nationalrat Norbert Hofer mit einem Posting in der Facebook-Gruppe „Dialog Pinkafeld“ hohe Wellen: Es sei sinnvoll, über eine Fusion von Riedlingsdorf und Pinkafeld nachzudenken und in weiterer Folge eine Volksbefragung durchzuführen. Im Gespräch mit der BVZ präzisiert Hofer: „Alle reden vom vereinten Europa, aber umso kleiner die Einheiten, desto schwerer die Umsetzung. Aber irgendwann wird man anfangen müssen, sich darüber Gedanken zu machen, wie man Synergien sinnvoll nutzen will.“ Laut Hofer würde eine gemeinsame Verwaltung rund eine Million Euro pro Wahlperiode sparen: „Allein der Bürgermeister kostet 250.000 Euro pro Periode.“ Hofer verweist auf das Beispiel St. Georgen und Kleinhöflein (Bezirk Eisenstadt), die früher von Eisenstadt getrennt waren und jetzt als „starke und eigenständige Stadtbezirke von der engen Zusammenarbeit profitieren“: „Durch eine Fusion würde die zweitgrößte Stadt des Landes entstehen.“

Bürgermeister wehren ab:  „Undenkbar“, „unnötig“

Dass die SPÖ-Bürgermeister Kurt Maczek (Pinkafeld) und Erwin Kaipel (Riedlingsdorf) damit keine Freude haben, liegt auf der Hand. „Die Gemeinden im Burgenland haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie bereit sind, Synergien zu nutzen. Aber eine gewisse Eigenständigkeit ist wichtig“, sagt Maczek. (Noch)-Ortschef Kaipel: „Wir pflegen hervorragende nachbarschaftliche Beziehungen, unterstützen uns und haben gute Kooperationen, die natürlich ausgebaut werden können.“ Auf die konkrete Nachfrage, in welchen Bereichen Riedlingsdorf und Pinkafeld zusammenarbeiten, wussten beide Politiker aber keine Antwort. „Viel Einsparungspotenzial sehe ich nicht“, sagt Maczek, denn „beide Gemeinden haben eine sparsame und wirtschaftliche Verwaltung.“ Kaipel: „Viel Geld ist da nicht zu holen.“