Erstellt am 01. Februar 2015, 08:34

von APA/Red

Gedenken an Rohrbombenanschlags 1995. Am 4. Februar 1995 wurde die südburgenländische Stadt Oberwart zum Tatort des schwersten politisch motivierten Anschlags in der Geschichte der Zweiten Republik.

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Eine Rohrbombe tötete damals vier Bewohner der Roma-Siedlung. Am 20. Jahrestag des Attentats erinnern eine Gedenkfeier bei der Roma-Gedenkstätte und eine Ausstellung im Offenen Haus Oberwart an die Opfer des Bombenterrors.



In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 starben Josef Simon, Peter Sarközi sowie Karl Horvath und sein Bruder Erwin Horvath durch die Sprengfalle, die kurz vor Mitternacht detonierte. Die Bombe war mit einer Tafel getarnt, die die Aufschrift "Roma zurück nach Indien" trug. Als Urheber der Tat wurde der 1997 festgenommene Briefbomber Franz Fuchs verurteilt.

Ausstellung gegen das Vergessen

Im Zeichen des Gedenkens zum 20. Jahrestag des Anschlags steht am Mittwoch zunächst die Ausstellung "Zeichnen gegen das Vergessen" im Offenen Haus Oberwart, die Bundespräsident Heinz Fischer um 17.00 Uhr eröffnet.

Der Künstler Manfred Bockelmann, Bruder des verstorbenen Udo Jürgens und bekannt für seine großformatigen Porträts nach Aufnahmen von in den Konzentrationslagern des NS-Regimes ermordeten Kindern, hat auch die Bombenopfer mit Kohle auf Leinwand zeichnerisch verewigt.

Im Anschluss an die Eröffnung macht sich um 18.15 Uhr ein Lichterzug auf den Weg vom Rathaus zur Roma-Gedenkstätte, wo um 19.00 Uhr die vom Referat für ethnische Gruppen der Diözese Eisenstadt und Roma-Vereinen veranstaltete Gedenkfeier beginnt.

Neben dem Bundespräsidenten werden zahlreiche weitere Vertreter der Politik, der Kirchen und der Volksgruppen erwartet, unter ihnen Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics, der evangelische Superintendent Manfred Koch und Rudolf Sarközi.