Erstellt am 30. Juli 2014, 06:31

von Michael Pekovics

WSO: Harte Kritik an Rosner. Wirtschaftsservice Oberwart erhält Zuschuss von 584.000 Euro. FPÖ befürchtet für heuer sogar einen Millionenverlust.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Bei der Gemeinderatssitzung in der Vorwoche war die gemeindeeigene Gesellschaft „Wirtschaftsservice Oberwart“ (WSO) der einzige Tagesordnungspunkt.

Zinskosten sparen durch Zuschuss für Gesellschaft

Um eine Insolvenz zu verhindern, wurde der Gesellschaft, die für die Abwicklungen von Bauprojekten, das Internat und Betriebsansiedelungen zuständig ist, ein Zuschuss von 584.000 Euro gewährt: 234.000 Euro um den Verlust aus dem Jahr 2013 auszugleichen und 350.000 Euro als Zwischenfinanzierung für einen Kredit, der künftig von der Gemeinde bezahlt werden soll. Damit sollen Zinskosten gespart werden. „Weil wir günstigere Konditionen erhalten“, begründet VP-Stadtchef Georg Rosner.

Im Zuge der Diskussion rund um die Zukunft der Gesellschaft – wie berichtet wird sie derzeit von Rosner und Vize Dietmar Misik (SPÖ) ehrenamtlich geführt – kommt harte Kritik von Ilse Benkö (FPÖ): „Der Verlust übersteigt den budgetierten Abgang um das Fünffache. Für 2014 befürchte ich einen Verlust von über einer Million.“

Schuld daran sei, so Benkö, die „dilettantische Geschäftsführung“. Ihre Forderung: „Die WSO braucht einen gestandenen Profi als Chef, das Argument der eingesparten Personalkosten hält nicht, wenn der Geschäftsführer ein Mehrfaches an Einnahmen generiert.“

„Konstrukt WSO ist heute nicht mehr zeitgemäß“

Rosner wehrt sich im Gespräch mit der BVZ: „Ich will auch keine Zuschüsse zahlen, aber derzeit ist die WSO nicht kostendeckend zu führen.“ Und weiter: „Das Konstrukt WSO ist heute nicht mehr zeitgemäß, wir müssen uns etwas überlegen.“

Zuletzt hatte Rosner angedacht, die WSO wieder in die Stadtgemeinde zu integrieren. Seitens der SPÖ gab es bisher nur Ablehnung, aber: „Wir wollten immer etwas Eigenständiges, aber das Thema muss im Gemeinderat behandelt und heuer abgeschlossen werden. Wir müssen uns die Kosten genau anschauen“, sagt Misik.


Zitiert: „Haben das Geld ja nicht verjubelt“

„Man kann alles schlecht reden. Wir haben das Geld ja nicht im Casino verjubelt, sondern den Wirtschaftshof und die Kinderkrippe gebaut sowie das Internat betrieben.“
Georg Rosner, ÖVP-Bürgermeister

„Georg Rosner und ich machen die Geschäftsführung ehrenamtlich und versuchen sehr wohl, unsere Netzwerke spielen zu lassen. Jetzt müssen wir uns alles genau anschauen und das Thema noch heuer abschließen.“
Dietmar Misik, SPÖ-Vizestadtchef

„Ich bin auch für die Wiedereingliederung der Gesellschaft in die Gemeinde. Wir haben genug gutes Personal, das die Aufgaben erledigen kann. Aber wir brauchen einen Plan für die WSO.“
Maria Racz, Grüne Gemeinderätin