Erstellt am 24. September 2014, 09:07

von Michael Pekovics

Stadt schichtet um: Kein Geld für Rathaus. Geplante Sanierung des Rathauses wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Geld wird für Kanal und Straßen gebraucht.

Von außen hui, von innen pfui? Auf den ersten Blick ist das Rathaus ein eindrucksvolles Gebäude, auf den zweiten hat die Fassade aber mächtige Risse.  |  NOEN, Archiv

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag der Vorwoche wurden einige Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen. So wurde etwa der Nachtragsvoranschlag für 2014 ebenso beschlossen wie der mittelfristige Finanzplan von 2015 bis 2018.

Rathaus: 300.000 Euro wurden umgeschichtet

Im Zuge der Diskussion stellte sich heraus, dass der Stadt heuer nur 100.000 Euro für die Sanierung des Rathauses zur Verfügung stehen und nicht, wie noch im Jänner angenommen, 400.000 Euro. „Wir müssen die Ausgaben umschichten, damit wir den Schwerpunkt auf die Erhaltung der Infrastruktur legen können“, erklärt Stadtchef Georg Rosner (ÖVP) und meint damit das Kanal- und Wassersystem.

Aber nicht nur heuer, auch für die kommenden Jahre wurden die geplanten Ausgaben für das Rathaus zurückgefahren oder gleich ganz gestrichen. Aus Ausgleich dazu will die Stadt bis 2018 jährlich je 450.000 Euro für Straßen, 150.000 Euro für Grundstücke und 170.000 Euro für den Kanal ausgeben, so steht es zumindest im Finanzplan. Welche Kosten beim Kanal in den kommenden Jahren konkret auf die Stadt zukommen werden, kann erst nach der Beendigung der Kanalbefahrungen seriös beantwortet werden.

„Rathaus und Internat könnten infrage kommen“

Rosners Hoffnung ist ein Förderansuchen an die Europäische Union. „Das Rathaus und das Internat könnten dafür infrage kommen.“ Für Vize Dietmar Misik (SPÖ) ist der Aufschub „bedauerlich, aber was sollen wir machen, wenn kein Geld da ist?“. Anders FPÖ-Stadträtin Ilse Benkö, der schon „von Anfang an“ klar war, dass „kein Geld für das Rathaus vorhanden sein wird.“

Was allerdings noch in Angriff genommen werden könnte, ist die Trockenlegung der Mauern. Im Erdgeschoss bildet sich schon wieder Schimmel, ein WC musste bereits gesperrt werden. Und bis 2016 müssen außerdem alle öffentlichen Gebäude barrierefrei zugänglich sein. „Das wissen wir, wir arbeiten daran“, sagt Rosner.
 


Weitere Beschlüsse des Gemeinderates

  • Sowohl der Nachtragsvoranschlag als auch der mittelfristige Finanzplan bis 2018 wurden beschlossen.

  • C+C Pfeiffer und Sonja Stesgal (Fensterproduktion) erhalten eine Wirtschaftsförderung.

  • Die Firma Strabag hat neuerlich einen Auftrag für Kanalbefahrungen erhalten.

  • Zahlreiche Vereine und Institiutionen erhalten auch heuer Vereinsförderungen.

  • Die Stadt erspart sich durch Umschuldungen jährlich 70.000 Euro an Zinsen.

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