Erstellt am 19. September 2012, 00:00

Gemetzel im Hasenstall. Trauer / Nachbarshunde kamen über das Fenster rein und töteten 42 Hasen. Besitzerin bestreitet den Vorfall: „Meine Tiere waren das nicht.“ Rechtsstreit scheint vorprogrammiert.

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Von Vanessa Bruckner

EISENBERG | Willi Reiger stehen noch immer die Tränen in den Augen, als er einen der überlebenden Hasen aus seinem Stall und auf den Arm nimmt. „Dieses Tier hier wurde von den Hunden schwer verletzt, 42 andere haben das Gemetzel im Stall gar nicht überlebt“, erzählt Reiger geschockt. Er war es auch, der das Blutbad in seinem Hasenstall vorgefunden hat. Der Eisenberger ist sich sicher: „Das waren die beiden Jagdhunde unserer Nachbarin. Sie sind durch das offene Stallfenster eingedrungen und haben meine Hasen zerfetzt.“

Hundebesitzerin sagt: „Das war ein Marder!“

Der Vorfall war nicht der Erste. Bereits 2011 töteten die Jagdterrier der Nachbarin 20 Hasen von Willi Reiger. „Damals haben wir uns außergerichtlich geeinigt. Jetzt geht das nicht mehr, die Frau hat ihre Tiere nicht unter Kontrolle. Auch von der Nachbarschaft sind mir Probleme mit den Hunden bekannt.“
Eva Blahowec zu dem Vorfall: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das meine Hunde gewesen sein sollen, sie sind total friedlich. Außerdem sind sie zu klein, um über das offene Fenster in den Stall zu gelangen. Irgendjemand muss sie mutwillig in den Stall gesperrt haben, von alleine sind die da nicht reingekommen. Sollten sie das schaffen, könnten sie künftig im Zirkus auftreten.“

Die Hundebesitzerin zweifelt auch an, dass 42 Hasen getötet wurden: „So viele Tiere haben in dem Stall ja nicht einmal Platz. Ich gehe sowieso davon aus, dass ein Marder die Tiere getötet hat.“
Willi Reiger hat Anzeige erstattet, der Fall liegt jetzt bei Rechtsanwalt Wolfgang Steflitsch. Dieser sagt: „Der Schaden, dem Herr Reiser durch den Vorfall entstanden, ist beträchtlich.“ (die getöteten Tiere waren Rassehasen, Anmerkung). Steflitsch weiter: „Jetzt ist die Bezirkshauptmannschaft am Zug.“

Tierarzt bestätigt „Tod durch Hundebiss“

Amtstierarzt Gernot Michalek erklärt: „Laut Gesetz muss der Besitzer sein Tier so verwahren, dass durch das Tier keine Dritten zu Schaden kommen. Ob die Hundebesitzerin dazu imstande ist, oder nicht, wird jetzt durch die zuständige Instanz geklärt werden müssen.“ Ein weiterer Tierarzt bestätigte unterdessen, dass die Hasen eindeutig durch Hundebisse getötet wurden.
Eva Blahowec beteuert dennoch die Unschuld ihrer Hunde: „Von diesem Gutachten weiß ich nichts. Da lachen ja die Hühner.“
Ein Außenstehender dazu: „Die Hühner lachen wahrscheinlich nicht, wenn der Fuchs den Stall betritt. Und Hasen beim Anblick zweier Jagdhunde in ihrem Gehege vermutlich auch nicht.“