Erstellt am 29. April 2016, 04:44

von Lisa Pichler und Vanessa Bruckner

Geocaching: Die Dosen im Wald. Geocaching ist ein ungewöhnliches Hobby für jedermann. Die digitale Schnitzeljagd findet auch im Bezirk immer mehr Anklang.

Geocaching liegt im Trend. Für die digitale Schnitzeljagd braucht man nur ein GPS-fähiges Gerät. Dann geht's schon los mit dem lustigen Suchen und Finden. Foto: zVg  |  NOEN, zVg

Sie kriechen unter Büschen, krabbeln mit Taucherbrille durch die Pinka und drehen jeden Stein am Wegrand dreimal um. Kurz: Ein bisserl verdächtig wirken die Anhänger von „Geocaching“ schon. Dennoch erfreut sich das aus den USA stammende Hobby auch hier im Bezirk größter Beliebtheit.

Geocaching wird von Fans als eine Art digitale Schnitzeljagd erklärt, wobei man mithilfe von GPS-fähigen Geräten versteckte Gegenstände finden muss. Von der klassischen Filmdose, über eine Tupperbox, bis hin zu einer Statue – die Palette der versteckten Gegenstände ist mindestens genauso bunt wie die Verstecke selbst.

Vom Boden bis in die hohen Baumwipfel

„Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Jeder kann Dinge verstecken. Hat man ein Versteck gefunden, dann trägt man sich in ein Logbuch ein und legt den Gegenstand wieder zurück“, erklärt Philipp K. aus Oberwart, der seit Jahren ein begeisterter Geocacher ist.

Am liebsten geht Philipp allerdings im Ausland auf digitale Schnitzeljagd. „Man kommt so an Orte, die man von alleine weder besucht noch gefunden hätte“, sagt der Südburgenländer. Doch nicht alle Verstecke sind in greifbarer Nähe aufzufinden. Jene, mit einer hohen Geländewertung, findet man nämlich meist auf hohen Bäumen, Felswänden oder am Boden eines Sees.

Da ran wagen sich meist doch nur jene Leute, die über viel Erfahrung im Geocaching und auch die richtige Ausrüstung verfügen.

Respekt zur Umwelt wird groß geschrieben

Eine Geocacherin aus Kemeten erinnert sich an ihren verrücktesten Cache: „Man konnte das Versteck nur nachts ausfindig machen. Das war Teil des Spiels. Also liefen wir in freier und stockdunkler Wildbahn mit GPS-Gerät und Taschenlampe ausgerüstet herum. Das war eine ganz eigene Erfahrung“, erzählt Lisa schmunzelnd.

Der Respekt zur Umwelt wird bei den Schatzsuchern allerdings stets ganz groß geschrieben. Jedes Jahr im Frühjahr kooperiert beispielsweise die Landeshauptstadt Eisenstadt mit Freiwilligen Geocachern, welche am Straßenrand über mehrere Kilometer Müll aufsammeln. Mit dieser Veranstaltung wollen Geocacher aufzeigen, wie wichtig ihnen eine saubere Landschaft ist.

Mittlerweile wächst die Gemeinschaft der digitalen Schnitzeljäger stetig an, kein Wunder, schließlich ist dieses Hobby familienfreundlich und außerdem für alle Personen, die einen Internetzugang und ein Smartphone haben, schnell zugänglich. Weltweit schätzt man die Zahl der Geocacher bereits auf sechs Millionen - und auch im kleinen Burgenland werden es, so Hobby-Cacherin Lisa, täglich mehr.