Oberwart

Erstellt am 14. Juli 2016, 09:18

von Elisabeth Kirchmeir

Einbrecher ließ Börse zurück. Kurios | Seine eigene Geldbörse mit 347 Euro Inhalt und Dokumenten ließ ein Einbrecher am Tatort zurück.

347 Euro und seine Dokumente hinterließ ein rumänischer Einbrecher am Tatort ...  |  NOEN, Werner Müllner

Mit einem ungewöhnlichen Fall musste sich vorige Woche Richter Wolfgang Rauter befassen: Ein 33-jähriger rumänischer Staatsbürger stand vor Gericht, wobei es um einen Geldbetrag ging, den er selbst an einem Verbrechenstatort zurückgelassen hatte.

Geld fällt dem Staat Österreich zu

Am 26. November 2006 hatte der Rumäne einen Einbruchsdiebstahl beim Baubezirksamt in Oberwart begangen. Beträchtlicher Schaden wurde angerichtet, Diebsgut zum Abtransport vorbereitet.

Der oder die Täter verließen dann aber den Tatort, ohne etwas mitzunehmen. Dafür blieb etwas zurück: die Geldbörse des Rumänen mit 347,62 Euro und seinen Dokumenten. Später wurde der Rumäne wegen anderer Einbruchsdiebstähle in Wien und weiteren Bundesländern verurteilt - das Verfahren wegen der Tat in Oberwart wurde jedoch eingestellt, weil davon ausgegangen wurde, dass die Strafe für die anderen Delikte ohnehin ausreichend war.

Nach wie vor lag aber das sichergestellte Geld im Depot der Staatsanwaltschaft. „Diese Sache muss bereinigt werden“, erklärte der Richter. Die Staatsanwaltschaft stellte nun den Antrag, dass der Geldbetrag für „verfallen erklärt“ wird, das bedeutet, dass das Geld dem Staat Österreich zufällt.

Der Einbrecher wurde zu dem Prozess in Eisenstadt aus der Strafhaft vorgeführt. Innerhalb weniger Minuten war klar, dass dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben wird - das vom Täter zurückgelassene Geld gehört nun endgültig dem Staat.