Oberwart

Erstellt am 13. Juli 2016, 12:59

von Vanessa Bruckner

Neubau Krankenhaus Oberwart: Modell präsentiert. Es wird das modernste Krankenhaus Österreichs – und das größte Projekt des Landes. 160 Millionen Euro werden investiert. Seit heute weiß man, wie der Neubau aussehen wird.

Laura Weingrill

„Dieser Bau ist nichts Unmögliches, sondern fordernd“, bringt es Gesundheitslandesrat Norbert Darabos zu Beginn der Pressekonferenz auf den Punkt. 2014 fiel die Entscheidung für einen kompletten Neubau des Schwerpunktkrankenhaus Oberwart, zwei Jahre und einige Hürden später (Anm.: Unterlegene Bewerber hatten gegen das Vergabeverfahren Einspruch erhoben und den Planungsstart damit zeitlich verzögert) konnte man der Öffentlichkeit heute ein Modell des Neubaus präsentieren.

zvg/Architekturbüro

„Das Gebäude wird sich durch eine modulare Bauweise auszeichnen“, informiert Franz Ederer vom steirischen Architekturbüro „Ederer + Haghirian“, dem Generalplaner des neuen Krankenhauses. Damit will man vor allem übersichtliche, kleinere und „menschliche Räumlichkeiten“ schaffen. „Endlos lange Flure gehören damit der Vergangenheit an“, betont Ederer.

Mit der modularen Bauweise will man außerdem rasch auf neue Gegebenheiten reagieren und eine 24 Stunden Betreuung in allen Bereichen abdecken können. Weiters ist ein großes Vordach geplant, „damit betagtere Personen direkt darunter aus dem Auto steigen und in das Innere des Krankenhauses gelangen können.“

Bau-Start und Fertigstellung des neuen Spitals noch ungewiss

Der Neubau soll auf der freien Fläche zwischen dem bestehenden Spital und dem Wasserwerk Oberwart errichtet werden. Damit kann man während der Bauzeit einen ungestörten Betrieb garantieren. Außerdem kommt ein neues Parkhaus. Die Fläche dafür wurde bereits von der Landesregierung beschlossen. Was nach dem Neubau mit dem alten Gebäude passieren soll, konnten die Verantwortlichen noch nicht sagen

Befürchtungen in puncto Verkehrsprobleme während der Bauphase räumte man bereits im Vorfeld aus: „Der Baustellenverkehr wird strikt vom Patientenverkehr getrennt werden“, so René Schnedl, Geschäftsführer der KRAGES, der auch die richtungsweisende Zukunft des Oberwarter Krankenhaus definiert: „Ziel ist es, auch weiterhin die Verweildauer der Patienten auf den Stationen zu verkürzen. Dafür braucht es neben raschen und effizienten Behandlungen auch eine Architektur, die so ein Arbeiten ermöglicht.“

zvg/Architekturbüro

Bis 2018 soll die Planung endgültig abgeschlossen und die Ausschreibung an ein Generalunternehmen draußen sein. Der Start für den Neubau ist aber noch ungewiss. „Das neue Schwerpunktkrankenhaus Oberwart wird in den 2020er Jahren eröffnet. Wir haben bereits bei der Ausschreibung für die Planung gesehen, dass es immer wieder zu unvorhergesehenen Hürden kommen kann. Aber ich werde mich darum kümmern, dass die Daumenschrauben eng gedreht werden, um den Bau so rasch wie möglich umsetzen zu können“, verspricht der zuständige Landesrat, Norbert Darabos der abschließend noch Kritik an der Stadtgemeinde Oberwart übt: „Ich hätte mir eine etwas bessere Zusammenarbeit gewünscht.“

Das Oberwarter Krankenhaus ist mit rund 1.000 Mitarbeitern der größte Dienstgeber des Land Burgenland.