Erstellt am 03. November 2010, 00:00

Gewerkschaft kritisiert McDonald´s Oberwart. WIRTSCHAFT / Mitarbeiter sollen wegen Betriebsratswunsch „massiv unter Druck“ gesetzt worden sein. Chef Klug dementiert.

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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Vor einer Woche wurde im McDonald´s die Einberufung zu einer Betriebsversammlung aufgehängt, ein Betriebsrat soll gewählt werden. Gleich danach soll denjenigen Mitarbeitern, die per Unterschrift ihre Unterstützung signalisierten, mit „der Kündigung gedroht worden sein, sollten sie an der Versammlung teilnehmen“, sagt Ernst Gruber, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft „vida“ und hat weitere harte Kritikpunkte parat: „Jetzt ist die Situation so, dass jene Mitarbeiter, die mit dem Initiator der Betriebsratswahl sprechen, vom Restaurantleiter ins Gebet genommen und mit der Kündigung bedroht werden. Die Situation hat sich über das Wochenende noch verschärft, deswegen gehen wir an die Öffentlichkeit.“ Gruber spricht von „Mobbing und einer Vorgangsweise, die einem Unternehmen wie McDonald´s nicht würdig ist“.

McDonald´s dementiert  Vorwürfe der Gewerkschaft

Dem widersprechen sowohl Thomas Klug, Franchisenehmer der McDonald´s-Restaurants in Hartberg und Oberwart („Das ist Unsinn!“), als auch Pressesprecherin Ursula Riegler: „Weder McDonald´s Österreich noch die Franchisenehmer gehen gegen die Gründung von Betriebsräten vor. Das ist Angelegenheit der Belegschaft, es gibt bereits Betriebsräte in einzelnen Restaurants. Die von der Gewerkschaft kritisierten Androhungen gegenüber Mitarbeitern entbehren jeglicher Grundlage.“ Man sei seitens McDonald´s „erstaunt, dass ohne Recherche solche Vorwürfe erhoben werden, McDonald´s und die Gewerkschaft arbeiten normalerweise gut zusammen“.

Tatsächlich steht es Mitarbeitern in jedem Unternehmen ab fünf Angestellten frei, auf eigene Initiative einen Betriebsrat zu wählen, das bestätigt auch die Wirtschaftskammer in Eisenstadt. Das weiß natürlich auch Franchisenehmer Klug: „Als Unternehmer habe ich da keinerlei Einflussmöglichkeiten. Noch in dieser Woche kommt jemand aus der Personalabteilung, um die Mitarbeiter zu informieren und zu unterstützen.“ Die Wahl soll laut Klug am 8. November stattfinden.

„Das soll keine Kriegserklärung gegen McDonalds sein“, sagt Gruber. „Aber wenn jemand, der einen Betriebsrat wählen lassen möchte, derart gemobbt wird, ist das bedenklich und kein sozialpartnerschaftliches Verhalten.“ Ein Betriebsrat nütze laut Gruber „beiden Seiten, weil jeder Unternehmer von motivierten Mitarbeitern profitiert“.

Ein Mitarbeiter von McDonald´s Oberwart hatte die Idee zur Gründung eines Betriebsrats – laut Gewerkschaft wird er deswegen jetzt „gemobbt und massiv unter Druck gesetzt“. Thomas Klug, Franchisenehmer in Oberwart, dementiert die Vorwürfe: „Das stimmt nicht, die Wahl findet am 8. November statt.“PEKO