Erstellt am 14. November 2012, 00:00

„Ging an die Grenze“. Prozess / Durch geschönte Haushaltsrechnungen bekamen Personen Kredite für Immobilien, die sie nicht zurückzahlen konnten.

Von Elisabeth Kirchmeir

SÜDBURGENLAND / Fortgesetzt wird seit voriger Woche der Prozess gegen den ehemaligen Geschäftsführer einer im Südburgenland ansässigen Immobilienfirma. Vor Gericht stehen weiters der pensionierte Ex-Mitarbeiter einer steirischen Bank und ein Gutachter. Die Ex-Lebensgefährtin des Hauptangeklagten war bereits im September wegen Beteiligung an betrügerischer Krida zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Sie hat gegen das Urteil berufen.

Dem 35-jährigen Ex-Geschäftsführer der 2007 in den Konkurs geschlitterten Firma wird vorgeworfen, durch einen übertriebenen Lebensstandard die Zahlungsunfähigkeit seines Unternehmens herbeigeführt zu haben.

Banker soll Rechnungen  Diesem wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, bei etlichen nicht kreditwürdigen Antragstellern die Haushaltsrechnungen so geschönt zu haben, dass diese trotz ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage einen Kredit erhielten. „65 Kredite wurden auf diese Art bewilligt. Der Schaden für die Bank beträgt zehn Millionen Euro“, erklärte Staatsanwältin Mag. Patricia Lendzian.„Vielleicht bin ich zu weit an die Grenze gegangen“, erklärte der ehemalige Bankmitarbeiter. Er sei unter starkem Druck gestanden. „Die Vorgaben wurden immer weiter hinaufgesetzt, bis ich mich nicht mehr auskannte“, so der Mann. Geldzuwendungen seitens der Immobilienfirma habe er keine bekommen.Der Prozess wird am Freitag dieser Woche fortgesetzt.