Erstellt am 21. März 2012, 00:00

Gleise vor dem Abbau: Das Ende der „Frowos“?. BAHN / Ab April könnten Gleise zwischen Oberwart und Oberschützen abgebaut werden. Region würde Angebot verlieren.

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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART, OBERSCHÜTZEN, BAD TATZMANNSDORF / Anfang April entscheidet sich, ob die Bahngleise zwischen Oberwart und Oberschützen abgebaut werden. Damit wären die, vor allem bei Kur- und Thermengäste beliebten Erlebnisfahrten ins Moor gestorben. Und auch der Verein „Frowos“ (Freunde der Bahnlinie Oberwart-Oberschützen) würde seine Daseinsberechtigung verlieren.

Schuch: „Land hat mir  300.000 Euro versprochen“

Hintergrund des möglichen Gleisabbaus ist ein Versprechen des Landes: Man sagte Adolf Schuch (Regionalbahn Südburgenland) im März 2010 (!) den Kauf der Strecke um 300.000 Euro. Im Gegenzug müsse Schuch denselben Betrag in die Sanierung der Gleise zwischen Burg und Rechnitz investieren. „Das habe ich auch gemacht“, sagt Schuch. „Nur vertröstet mich das Land immer wieder und die Gleisbaufirma will für ihre Arbeiten in Burg Geld sehen.“ Das hat die Regionalbahn aber nicht. Deswegen sieht Schuch „keine andere Möglichkeit, als die Gleise zwischen Oberwart und Oberschützen zu verwerten“, sprich von der Firma abbauen zu lassen. „Laut Gutachtens eines unabhängigen Experten bringt die Strecke mehr als 300.000 Euro ein“, sagt Schuch. Heftige Kritik kommt von den Grünen in Person von Bezirkssprecher Wolfgang Spitzmüller: „Was gelten Versprechungen des Landes? Kann man sich in Zeiten des Sparens als Betrieb überhaupt noch auf Zusagen der Landesregierung verlassen?“

Verkehrskoordinator Peter Zinggl lässt die Kritik nicht gelten und kontert: „Schuch muss die mit dem Bund vereinbarten Voraussetzungen erfüllen, dann hält sich auch das Land an die Zusage.“ Für Schuch ist das „nur Gerede“: „Für die Anschlussbahnförderung hätten wir 27.000 Tonnen befördern müssen. Aber woher nehmen? Hätten wir damals nicht in gutem Glauben, diese Menge zu schaffen, zugesagt, dann hätte das Betonwerk Kölbl in Rechnitz schon zusperren müssen.“

„Abbau der Gleise wäre  für uns ein schwerer Schlag“

Laut Schuch wurden die „Frowos“ bereits über den aktuellen Stand der Dinge informiert und aufgefordert, bis Ende März „ihr Eigentum entlang der Strecke zu entfernen“. Christian Schuller von den „Frowos“ weiß davon aber noch nichts: „Wir haben schon Gerüchte gehört, bereiten uns aber trotzdem auf den Saisonstart am 1. Mai vor.“ In diesen Tagen sollen sogar 30 Meter neue Gleise verlegt werden.

„Damit würde ich aber noch warten“, warnt Schuch. „Abwarten“ will auch Bad Tatzmannsdorfs Tourismusdirektor Dietmar Lindau. „Wir haben gemeinsam mit den ‚Frowos‘ das Produkt Moorerlebnisfahrten aufgebaut, das gut angenommen wird. Für uns wäre ein Abbau der Gleise ein großer Schlag.“ Pro Jahr fahren rund 2.500 Kur- und Thermengäste mit der Erlebnisbahn zur Besichtigung des Moors. Erst in der Vorwoche betonten die touristischen Verantwortlichen des Kurorts, wie wichtig Zusatzangebote für die Gäste seien, um die Verweildauer zu erhöhen.