Erstellt am 23. November 2011, 00:00

Grenze: Ansturm von Illegalen. VERLAGERUNG / Problem verlagert sich von Nord nach Süd. Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe: „Wir wollen die Schlepper erwischen.“ Flüchtlinge großteils unter 30 Jahre.

 |  NOEN
VON MICHAEL PEKOVICS

BEZIRK OBERWART / Afghanistan, Griechenland, Balkan, Burgenland – diesen Weg haben die meisten der illegalen Grenzänger hinter sich. Der Schwerpunkt liegt noch immer im Norden, zuletzt wurden aber auch im Landessüden immer mehr illegale Einwanderer aufgegriffen.

77 waren es in den vergangenen vier Wochen, allein 57 wurden zwischen dem 10. und 17. November im Bezirk Oberwart ertappt. Der Großteil davon stammt aus Afghanistan, Pakistan, Indien und Somalia, keiner der Grenzgänger war älter als 30 Jahre alt. „Diese Flüchtlinge wollen von uns erwischt werden“, erzählt ein Polizist im Gespräch mit der BVZ. Der Exekutive gehe es deswegen in erster Linie gar nicht darum, Flüchtlinge aufzugreifen: „Wir wollen die Hintermänner haben. Pro Flüchtling verdient ein Schlepper zirka 3.000 Euro. Die Hintermänner verdienen am Leid dieser armen Leute.“

Hinweise an die Polizei:  Je früher, desto besser

Deswegen appelliert die Polizei an die Bevölkerung und bittet um Mithilfe: „Je früher wir angerufen werden, desto eher besteht die Chance, die Schlepper zu erwischen.“ Wichtig sei, aus welchem Auto die Flüchtlinge steigen, welche Farbe, Marke und Type es hat. Hinweise können einfach unter der Nummer 133 gemacht werden, die Polizei verspricht Anonymität. „Wenn vier Männer aus einem Auto steigen, das dann losfährt, dann ist das schon verdächtig“, heißt es von der Polizei.

Verlagerung in Süden durch  verstärkte Kontrollen

Zwar liegt der Schwerpunkt der illegalen Einwanderung noch immer im Norden – seit Juli wurden 200 Grenzgänger aufgegriffen –, aber durch den wachsenden Fahndungsdruck im Norden dürften die Schlepper in den Süden ausweichen und die Flüchtlinge über den Raum Szombathely nach Österreich einschleusen. Begünstigt wird der Grenzübertritt derzeit durch das Wetter. Erfahrungsgemäß sinkt die Anzahl der illegalen Einwanderer, sobald der erste Schnee fällt. Angst vor Einbrüchen oder Diebstählen müsse die Bevölkerung aber nicht haben, sagt ein Beamter zur BVZ: „Diese Flüchtlinge wollen einfach nur erwischt werden und um Asyl ansuchen: Sie wollen gefunden werden und werden dann sofort nach Traiskirchen gebracht.“

Maßnahmen: Mehr Streifen  und Weiterbildung

Die Polizei im Raum Oberwart hat auf die jüngsten Entwicklungen reagiert, zeigt mehr Präsenz im Grenzraum und hat die Zusammenarbeit mit den ungarischen Behörden verstärkt. Zudem werden verdeckte Ermittlungen durchgeführt. Außerdem fand am Donnerstag der Vorwoche in Eisenstadt ein Workshop statt, bei dem Exekutivbeamte über den richtigen Umgang mit illegal eingereisten Personen aufgeklärt wurden.