Erstellt am 05. März 2013, 13:10

Grippewelle schlägt voll zu. Grippale Infekte zwingen die Region ins Bett, 200 Patienten an einem Tag in Praxis. Im Feber um 300 mehr krank als im Jänner.

Von Vanessa Bruckner

300 Personen mehr als im Jänner dieses Jahres sind in den letzten Tagen im Bezirk Oberwart im Krankenstand gewesen. Auch in Güssing und Jennersdorf ist die Lage ähnlich. Allein im Zeitraum der letzten drei Wochen verzeichnete die Burgenländische Gebietskrankenkasse (BGKK) ein Plus von 130 Krankenständen gegenüber dem Vorjahr. „Die Viren sind in diesem Winter besonders hartnäckig“, bestätigt Allgemeinmedizinerin Ilse Frühwirth gegenüber der BVZ.

„Die Patienten leiden vor allem an grippalen Infekten mit einhergehenden Entzündungen. Das Problem in dieser Wintersaison ist die Tatsache, dass die Patienten sich oftmals nicht gut auskurieren und dann schnell wieder krank werden“, informiert Frühwirth. Viele Menschen plagen aufgrund der aggressiven Viren Heiserkeit, Kehlkopfentzündungen oder Entzündungen der Stimmbänder. In der letzten Woche platzten die Ordinationen der Ärzte deshalb aus allen Nähten. „Ich hatte an einem Tag 200 zu behandelnde Patienten. Allein 80 Patienten waren vor Ort in der Praxis. Das habe ich in meiner ganzen beruflichen Laufbahn noch nicht erlebt“, berichtet Medizinerin Ilse Frühwirth.

Fehlende Sonne war Nährboden für Viren

Mittlerweile weiß man auch, dass es einer der trübsten Winter aller Zeiten war. Diese Daten hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) veröffentlicht. Seit 110 Jahren mussten wir uns nicht mehr mit so wenig Sonne begnügen. Im Feber gab es um 62 Prozent weniger Sonne als im Vorjahr dieses Monates. Das schlechte Wetter wiederum war perfekt für die Verbreitung von Viren, wie die Allgemeinärztin bestätigt. Ilse Frühwirth: „Das Schlimmste ist aber, so denke ich, vorbei.“

Landesweit schniefen und husten auch nicht weniger Leute als im Südburgenland. Letzte Woche verzeichnet die Burgenländische Gebietskrankenkasse im gesamten Land ein Plus von circa 20 Prozent erhöhtes Aufkommen an Arbeitsunfähigkeiten. „Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Erkrankungen wegen eines grippalen Infektes um 46 Prozent höher. Auch die Anzahl der Grippefälle liegt deutlich höher als 2012,“ informiert Christian Moder, Direktor der BGKK.


ZUR VORBEUGUNG
  • Tee trinken, das regt das Immunsystem an, Vitamin C stärkt ebenso wie Sport oder Saunagänge das Immunsystem
  • Täglich an die frische Luft gehen, aber nicht mit nassen Haaren
  • ausreichend Schlaf

BEI EINER ERKÄLTUNG
  • Viel Trinken, etwa stilles Wasser oder mit Honig gesüßter Kräutertee
  • ausreichend und ausgewogen Essen
  • Zink zu sich nehmen, das schützt die Schleimhäute und erschwert das Eindringen von Viren
  • Trockene Luft ist schlecht: Einfach eine Schale mit Wasser auf die Heizung stellen

HAUSMITTEL
  • Nase mit Salzwasser spülen
  • Honig hat antibakterielle Wirkung
  • Inhalieren von Salzwasser oder ätherischen Ölen, um den Schleim zu lösen
  • Zwiebelsirup hilft Husten zu lindern: Zwiebel schneiden und mit Zucker bestreuen, nach einer Stunde den daraus gewonnen Saft zu sich nehmen
  • Gurgeln mit Kamillentee