Erstellt am 07. Dezember 2011, 00:00

Handel im Umbruch: Eurospar baut 2012 neu. INNENSTADT / „Leder Schuller“ ist fix weg, „Mr. S.A.H.M.“ bleibt. Und: Eurospar baut 2012 eine komplett neue Filiale am Standort.

Hausmesse bei Fliegenschnee, einem der Vorzeigebetriebe in der Innenstadt. Heidetraud und Wolfgang Seper sowie Ingeborg Kuch begrüßten bei der Hausmesse Vizebürgermeister Georg Rosner, Andrea Gottweis und Gerald Guttmann (v.l.).ZVG  |  NOEN
x  |  NOEN

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Das Positive zuerst: Die Spar AG plant einen kompletten Neubau der Eurospar-Filiale auf der Hauptstraße. Das bestätigte Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann: „Wir werden ab 2012 den bestehenden Eurospar komplett neu bauen – und das am gleichen Standort wie jetzt.“ Nähere Details gebe es noch nicht, fix ist nur, dass die Filiale komplett neu gebaut und nicht etwa saniert wird. „Der Standort in der Stadt ist einfach gut“, begründet Berkmann den Schritt. „Wir sind sehr zufrieden und unsere Kunden offensichtlich auch. Ähnlich Bürgermeister Gerhard Pongracz, der sich freut „einen der wichtigsten Nahversorger der Stadt nicht zu verlieren“.

Während Spar renoviert,  „flüchten“ andere ins „eo“

 

Anders ist die Situation aber in der restlichen Innenstadt. „Alles raus“ – dieses Motto gibt es im Handel sonst nur bei den Schlussverkäufen. „Alles raus“ dürften sich aber auch viele Händler in der Innenstadt denken, gibt es doch wieder neue leer stehende Geschäftslokale entlang der Hauptstraße. Da wäre einmal „Leder Schuller“, die Filiale hat von einem Tag auf den anderen zugesperrt. „Im Weihnachtsgeschäft war es nicht möglich, sowohl die Filiale in der Stadt als auch im ‚eo‘ zu besetzen“, heißt es dazu von der Geschäftsleitung. „Vielleicht sperren wir in der Stadt wieder auf, aber es bewegt sich alles in eine Richtung: nämlich zum ‚eo‘.“

Tatsächlich war an den ersten beiden Adventsamstagen beim Einkaufszentrum kaum ein freier Parkplatz zu finden – die Kunden stürmten das „eo“ regelrecht. Aber auch in der Stadt war mehr los als an normalen Samstagen. Laut Wirtschaftskammer sind die ersten beiden Adventsamstage für den innerstädtischen Handel aber gut verlaufen: „Trotz Regenwetters waren die Unternehmer zufrieden. Jetzt wartet alles auf den 8., 9. und 10. Dezember“, sagt Ronald Rasser, Regionalstellenleiter der Wirtschaftskammer Oberwart.

Dass in der Vorwoche auch noch der Herrenausstatter „Mr. S.A.H.M.“ (Sakko, Anzug, Hose, Mantel) Insolvenz anmeldet musste, befeuerte die Gerüchte über weitere Geschäftsschließungen in der Innenstadt. Aber zumindest hier gibt es Entwarnung, wie Filialbetreuer Josef Luef betont: „Oberwart ist die beste unserer elf Filialen, wir bleiben auch fix in der Stadt.“ Zwar räumt er ein, dass viel vom am 22. Jänner stattfindenden Insolvenzverfahren abhängt, aber „zu 99 Prozent geht alles gut.“

Hartnäckige Gerüchte gibt es auch rund um die Filiale von „DM“ in der Stadt. Immer wieder ist von Schließungs- oder Umzugsplänen die Rede, Pressesprecherin Bettina Taxer bittet um Geduld: „Für die Zukunft des Standortes ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.“

Nicht nur negativ: Einige  Unternehmer trotzen Trend

 

Es gibt aber nicht nur schlechte Nachrichten, denn in den vergangenen Wochen haben sich viele neue Unternehmer in Oberwart angesiedelt. Zum Beispiel die Genussecke in der Bahnhofstraße und ein Bio- sowie ein Bauernladen in der Ambrosigasse. „So schlecht ist die Situation nicht“, sagt Rasser. „Wir müssen nur etwas finden, dass die Menschen in die Stadt bringt.“ Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Konzentration auf das Thema „Genuss“.