Erstellt am 19. Oktober 2011, 00:00

Hauchdünne Mehrheit für Umbau von Hotel GIP. BESCHLUSS / Mit 11:10 Stimmen ist Entscheidung für Umbau in Pflegeheim gefallen. Volksbefragung könnte Projekt verhindern.

Vizebürgermeister Wolfgang Tauss, Bürgermeister Winfried Kasper, Landtagsabgeordnete Doris Prohaska und Amtmann Günter Philipp (v.l.) unmittelbar vor der Abstimmung über den Hotelumbau.PEKO  |  NOEN
x  |  NOEN

VON MICHAEL PEKOVICS

GROSSPETERSDORF / Die Abstimmung über die Zukunft des Hotel GIP im Gemeinderat war nichts für schwache Nerven. Mit 11:10 Stimmen brachte die SPÖ ihren Antrag knapp durch. Wären bei der ÖVP Vizebürgermeister Hans-Peter Werderitsch (verhindert aus privaten Gründen) und Gemeinderat Thoma Pum (verhindert aus beruflichen Gründen) anwesend gewesen, wäre es an diesem Abend nichts geworden mit dem „für die Zukunft so wichtigen Projekt für die Gemeinde“, wie SPÖ-Bürgermeister Winfried Kasper betonte. Aber auch bei der SPÖ fehlten zwei Gemeinderäte: Nämlich Alfred Kollar, der wegen seines Jobs als OSG-Geschäftsführer wegen Befangenheit ohnehin nicht stimmberechtigt gewesen wäre und Josef Tauber (gesundheitliche Gründe).

Umbau kostet der Gemeinde  rund 1,8 Millionen Euro

 

Laut der der BVZ vorliegenden Kostenschätzung wird der Umbau das Gemeindebudget mit rund 1,8 Millionen Euro belasten. Die Gemeinde wird 25 Jahre lang rund 12.000 Euro pro Monat zahlen müssen. Zusätzlich zu den jährlich rund 200.000 Euro, die die Gemeinde der OSG als Eigentümer des Hotels zahlt. Für Kasper „ein Nullsummenspiel, wenn wir es schaffen, die derzeit leer stehenden Flächen von 800 Quadratmetern auch noch zu vermieten“. Und vorausgesetzt, dass keiner der derzeitigen Mieter ausziehen will. Laut Kasper hat es schon eine Mieterversammlung gegeben, ausziehen will vorerst niemand. Betreiber wird der Arbeitersamariterbund (ASB) sein, der als Miete monatlich rund 16.000 Euro an die Gemeinde überweisen wird. Der Vertrag mit dem ASB wurde vorerst aber nur mit zehn Jahren Laufzeit abgeschlossen.

ÖVP-Gemeinderat und Bezirksgeschäftsführer Stefan Zlatarits kritisiert die Entscheidung: „Für die ÖVP wäre sowohl ein Hotel als auch ein Altenheim sinnvoll gewesen. Welche südburgenländische Gemeinde verzichtet schon gerne auf 10.000 Nächtigungen pro Jahr.“ Laut Zlatarits sei das Hotel „schön langsam wieder ins Laufen gekommen“. Auch der Grüne Gemeinderat Günter Ranftl stimmte nicht zu: „Ich glaube, man hätte durchaus mehr Möglichkeiten gehabt, wenn man besser verhandelt oder Alternativen erörtert hätte. Mir scheint es so, als ob sich Großpetersdorf in den Händen der Baumafia befindet.“

Gegner sammeln jetzt  Unterschriften

 

Ganz durch ist das Projekt aber noch nicht. Denn am Montag starteten ÖVP und Grüne ein „überparteiliches“ Komitee, das nun Unterschriften sammeln und eine Volksbefragung erzwingen will. „Wir geben uns mit diesem Ergebnis nicht zufrieden“, sagt Ranftl. Zlatarits ist derselben Meinung: „Wir brauchen zirka 250 Unterschriften, damit wir eine Chance haben. Das schaffen wir, da bin ich mir sicher. Auch deswegen, weil SPÖ-Gemeinderäte vor der Sitzung gesagt haben, dass das Projekt Wahnsinn sei.“

Laut Gemeindeordnung ist eine Volksbefragung durchzuführen, wenn sich in einem Ortsteil mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten dafür aussprechen. Über das Ergebnis der Befragung muss dann im Gemeinderat entschieden werden.