Erstellt am 25. Februar 2016, 04:09

von Vanessa Bruckner

Hedda Elishuber: Jung, gscheit, Bäuerin!. 21 Jahre jung ist Hedda Elishuber. Alt genug, um einen eigenen Bauernhof zu gründen. Von einem Mädel, das loszog, um ein gutes Leben zu führen.

Bäuerin mit 21 Jahren: Hedda Elishuber aus Litzelsdorf.  |  NOEN, Vanessa Bruckner
Natürlich hat jedes ihrer 20 Schafe einen Namen. Und auch alle 28 Ziegen im Stall von Hedda Elishuber rühren ein Ohrwascherl, wenn ihre junge Besitzerin sie liebevoll „Hanni“, „Bibi“ oder „Susi“ ruft.

Selbst Gockel Markus stolziert hinter seiner Bäuerin wie ein Hund her. Die wiederum, also die beiden echten Hunde, warten derweil brav außerhalb des Geheges, während Hedda ihre Hühner füttert.

21-Jährige übernimmt Hof von Oma und Opa

Die junge Südburgenländerin hat den ehemaligen Gasthof ihrer Großeltern übernommen und daraus einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb gemacht. Im Alleingang, quasi. „Tiere, die Natur und die Landwirtschaft haben mir schon immer getaugt“, erzählt Hedda.



Dabei wuchs sie selbst aber nicht auf einem Bauernhof auf. „Angefangen hat alles mit zwei Ziegen, die ich als Kind bekommen habe. Dann hab ich die Landwirtschaftliche Fachschule in Güssing besucht und spätestens da war klar, dass ich Bäuerin werden will“, so die ehrgeizige Jungunternehmerin

Es folgten zahlreiche Fort- und Weiterbildungen wie „wwoofen“, bei dem man weltweit freiwillig bei sozialen und landwirtschaftlichen Betrieben und Einrichtungen mithilft. Hedda Elishuber ist monatelang in Österreich und in der Schweiz unterwegs, schaut sich ab, wie andere Bauernhöfe so arbeiten, lernt das Käsen und erwirbt zahlreiche Zertifikate. Kurz: Die taffe, junge Frau überlässt nichts dem Zufall.

„Meinen Tieren soll es gut gehen und meine Produkte werden von mir selbst bei uns am Hof hergestellt. Ich möchte wissen, woher mein Essen kommt. Außerdem habe ich einige Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Seit ich die Milch meiner Tiere trinke und meinen Käse und Joghurt selber mache, gehört das aber der Vergangenheit an.“

x  |  NOEN, Vanessa Bruckner


Heddas Tag beginnt um sieben Uhr früh mit dem Melken ihrer Tiere. Danach wird der Käse in mehrstündiger Prozedur hergestellt, nachmittags geht es raus zu anfallenden Arbeiten auf die Weide. Abends wird noch einmal gemelkt und am Wochenende werden die hausgemachten Produkte auf diversen Märkten in der Region verkauft.

„Langweilig wird mir nicht“, erklärt die Jungbäuerin schmunzelnd und der Uropa, der ebenfalls am Hof lebt, wirft grinsend ein: „Ja, net amal Zeit für einen Freund hat sie.“ Und auch wenn es darum geht, ihre Schafe zu scheren, lautet ihr Motto: Selbst ist das Mädl!

Am Beginn „sind mir ständig die Tiere abgehauen“

„Das erste Mal war schon eine Herausforderung. Ständig sind mir die Tiere abgehauen und am Ende hatten die meisten eine, na sagen wir mal ‚sehr coole Frisur‘“, erzählt Hedda lachend. „Als sie zum ersten Mal zuhause Käse gemacht hat, glich die Küche einem Schlachtfeld“, erinnert sich auch Mama Wilhelmina schmunzelnd.

Eier von glücklichen Hühnern, Ziegenfrischkäse und Produkte vom Schaf, selbstgemachte Säfte, handgesponnene Wolle von den eigenen Tieren – die Palette, die Hedda Elishuber mittlerweile zum Verkauf anbietet, vergrößert sich laufend.

Der Hof der Jungbäuerin hat mittlerweile schon wichtige Zertifizierungen erhalten und man darf gespannt sein, was dem jungen Energiebündel mit den langen Haaren und dem sympathischen Lächeln noch so alles einfällt in naher Zukunft. Fest steht: Die Gummistiefel bleiben auch in den nächsten Jahren Heddas wichtigster Begleiter.

Info:

Wer Heddas Produkte selbst einmal kosten möchte, schaut entweder bei ihr am Hof in Litzelsdorf oder bei einem der Märkte, auf denen sie vertreten ist, vorbei. Konkrete Infos dazu unter 0664/ 44 82 221.