Erstellt am 26. Januar 2011, 00:00

Hilfe für Flüchtlingsfamilien. ASYL / Iraner Familie, die in Güssing lebt, erhält humanitäres Bleiberecht. Spendenaufruf für Familie Gjoni, die Wolfau verlassen musste und Unterstützung von Sportverein.

Karapet, Ruben und Armine Karapetyan wurden von Bürgermeister Peter Vadasz in der Stadt Güssing begrüßt und herzlich aufgenommen. S. WAGNER  |  NOEN
x  |  NOEN

VON SARAH WAGNER UND

MICHAEL PEKOVICS

GÜSSING, RECHNITZ / Am 13. Jänner 2011 war es endlich so weit. Die Familie Karapetyan hat nach fast sechs Jahren den Bescheid erhalten, dass sie in Österreich bleiben darf. „Die Zeit der Angst ist vorbei“, ist Armine Karapetyan erleichtert. „Die Familie hat das humanitäre Bleiberecht erhalten. Jetzt sind sie Güssinger“, zeigt sich Bürgermeister Peter Vadasz erfreut. Er hat die Einbürgerung immer unterstützt.

Die junge, zweifache Mutter ist 2005 aus ihrer Heimat Iran mit ihren beiden Kindern, ihrem Ehemann und ihren Schwiegereltern geflüchtet. Auf die Frage „Warum“ antwortete der Ehemann Ruben vorsichtig: „Wir sind Christen in einem islamischen Land“ und weiter: „Wir sind aus religiösen Gründen geflüchtet.“ 2005 ist die sechsköpfige Familie in Traiskirchen gelandet. Am 21. Dezember sind die Flüchtlinge aus dem Iran nach Deutsch Tschantschendorf gekommen. Seit 2006 wohnen die Iraner in einer Privatwohnung am Mühlengrund. Dort möchten sie auch weiterhin bleiben. Armine hat bereits eine Arbeitsstelle in der Küche des Franziskanerklosters. Ihr Ehemann ist Automechaniker. Er und sein Vater sind auf der Suche nach Arbeit. Die Großmutter kümmert sich um die beiden Kleinsten der Familie.

Die beiden Mädchen sind  bereits in Güssing integriert

Christina, fünf Jahre alt, besucht den Kindergarten in Güssing. Kathrine, acht Jahre alt, ist Volksschülerin der zweiten Schulstufe in der Volksschule Güssing. Die Erwachsenen sind sich einig: „Wir möchten in Güssing bleiben und richtige Güssinger werden.“

Zurück „nach Hause nach Wolfau“ will auch die Familie Gjoni, die im August 2010 das Burgenland verlassen musste. Die seit Jahren bestens integrierte Asylwerberfamilie hat im Burgenland eine neue und geschätzte Heimat verloren und lebt derzeit unter sehr schwierigen Bedingungen im Kosovo. „Besonders hart trifft das die Kinder. Sie können dort ihre begonnene Schulausbildung nicht fortsetzen. Sie wurden hier geboren, lernten unsere Sprache und lernten in unseren Schulen nur unser Alphabet. Im Rahmen eines Schülervisums könnten sie jedoch wieder legal nach Österreich einreisen und ihre Schulausbildung hier beenden. Der Aufenthalt und die Versicherung kosten jedoch Geld“, erklären Mag. Rainer Klien von „SOS Mitmensch Burgenland“, Mag. Harald Zapfel, Schulleiter der HLW Pinkafeld und Mag. Eduard Posch, Vorstandsvorsitzender von SOS Kinderdorf Burgenland. Sie haben nun ein Unterstützungskonto eingerichtet, um den Aufenthalt von Rajmond, Linda und Eduard im Burgenland finanzieren zu können: Konto Nr.: 705.277, Empfängername: „Unterstützung Familie Gjoni“, BLZ: 33.125 Raika Pinkafeld. Die Verantwortlichen bitten um die Hilfe der Bevölkerung. In Rechnitz wurde unterdessen eine Spendensammlung erfolgreich durchgeführt. Spieler und Funktionäre des Sportvereins haben bei der Weihnachtsfeier insgesamt 650 Euro gesammelt, um die Familie Hoti, die derzeit in Wien auf die Entscheidung über das humanitäre Bleiberecht wartet, zu unterstützen. Bei einem Besuch in Rechnitz zu Weihnachten hatte der vierjährige Enver, Sohn von Fejze und Xhylferie Hoti, bei der Ortseinfahrt „endlich zu Hause“ gerufen. Der Sportverein Rechnitz unterstützt die Familie, die im Gasthaus Rauherz untergebracht und mustergültig integriert war, schon länger.