Erstellt am 24. August 2011, 11:56

Hitzetipps für unterwegs. VERKEHR / Autofahrer und Fahrzeuge stöhnen unter der Hitze. Der ÖAMTC hat Tipps parat, wie man mit den aktuell extremen Temperaturen am besten umgehen kann.

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REGION / Ganz Burgenland stöhnt momentan unter einer Hitzewelle, wirkliche Abkühlung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, auch in den nächsten Tagen soll es bis zu 37 Grad heiß werden. Anhaltende Hitze setzt Autos und Lenkern so richtig zu. Um trotz Hitze den Anforderungen im Straßenverkehr gewachsen zu sein, hat der ÖAMTC folgende Tipps parat:

Eine optimal eingestellte Klimaanlage im Auto ist nach wie vor das beste Mittel gegen die Hitze. „Die auf der Klimaanlage eingestellte Temperatur sollte maximal 5 Grad unter der Außentemperatur liegen, ein höherer Temperaturunterschied wäre eine zu große Belastung für den Körper“, erklärt Walter Kuh, ÖAMTC-Stützpunktleiter der Dienststellen Oberwart, Oberpullendorf und Güssing.

Man sollte auch ab und zu gut durchlüften, um frische Luft hereinzulassen. Außerdem: Bequeme, leichte und luftige Kleidung wählen, viel trinken, am besten Wasser und verdünnten Fruchtsaft, aber keinen Alkohol.

Auf die Ernährung achten und leichter, vitaminreicher Kost den Vorzug geben. Mit Erfrischungstüchern Stirn, Nacken und Hände kühlen und auf längeren Autofahrten vermehrt Pausen einlegen, und zwar alle zwei Stunden oder ca. alle 200 km.

Trotz Hitze nicht auf Sicherheitseinrichtungen und Schutzkleidung verzichten. „Der Gurt muss immer angelegt und Kinder immer im Kindersitz angeschnallt sein. Für Motorradfahrer sind Helm und Schutzkleidung unerlässlich, auch beim Radfahren sollte der Helm auf jeden Fall verwendet werden“, appelliert Walter Kuh.

„Cool bleiben“, bewusst auf eine besonders vorausschauende und rücksichtsvolle Fahrweise achten und sich anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber kooperativ und freundlich verhalten. Fahrten bei extremer Hitze (Autos ohne Klimaanlage) sollte man wenn möglich meiden - oder man hilft sich, in dem man vor der Fahrt die Türen öffnet und durchlüftet bzw. während der Fahrt alle Fenster ein kleines Stück offen lässt.

Konzentration leidet,  Aggressionspotenzial höher

Für Kraftfahrer ist die Hitze meist beschwerlich und kann sich zudem unangenehm im Verhalten äußern. Negative Emotionen durch räumliche Enge oder Stress können Aggressionen auslösen. Besonders bei der Suche nach dem letzten freien Schattenparkplatz oder im Stau sind emotionale Entgleisungen wahrscheinlich - auf kurze Verzögerungen wird dann teilweise mit wildem Gehupe oder Beschimpfungen reagiert. „Wer an solch heißen Tagen zuwenig Flüssigkeit zu sich nimmt, nimmt die Gefahr der Dehydrierung, Müdigkeit, Kopfschmerzen und im Zuge dessen Konzentrationsschwierigkeiten in Kauf“, so Kuh. „Durch die verzögerte Reaktionsfähigkeit passieren mehr Fahrfehler, die eigene Geschwindigkeit wird nicht richtig eingeschätzt und die Unfallgefahr steigt immens.“ Aufgrund der Hitze und den damit verbundenen Konzentrationsschwierigkeiten steigen auch Fahrzeugpannen, die Autofahrer selbst verursachen. „Bei extremer Hitze steigt die Anzahl der Falschtanker. Aber auch Schlüssel werden oft im Fahrzeug eingesperrt“, erzählt Walter Kuh und rät zu mehr Aufmerksamkeit.

Vor allem Kinder sind bei  Hitze im Auto gefährdet

Auch im Schatten wird die 30 Grad-Marke oftmals überstiegen. In parkenden Autos wird es damit - besonders in der prallen Sonne - sehr heiß. Lufttemperaturen um die 55 Grad Celsius können leicht erreicht werden. „Vorsicht sollte man bei Kindersitzen in extrem aufgeheizten Autos walten lassen. Dunkle Kunststoffbezüge können bis zu 70 Grad heiß werden, wenn die Sonne direkt in das geparkte Auto brennt“, warnt der ÖAMTC-Stützpunktleiter. „Hat das Kind eine kurze Hose oder ein Kleid an und wird in den Sitz gesetzt, kann es sogar zu Verbrennungen kommen. Präventive Maßnahme: Ein schattiger Parkplatz oder ein helles und eventuell auch noch angefeuchtetes Tuch, das man über den Sitz legt.“

Immer wieder kommt es vor, dass Kinder oder Tiere in brütend heißen Autos kurz allein gelassen oder sogar ’vergessen‘ werden. Das bedeutet akute Lebensgefahr. „Ein paar Minuten im abgestellten Fahrzeug bei Hitze reichen aus, um ein Kleinkind oder Baby kollabieren zu lassen“, warnt Kuh. Immer Trinkwasser mitführen und bei den Kindern auf helle und luftige Kleidung achten. Gegen direkte Sonnenbestrahlung von der Seite helfen Abschattungen mit Saugknöpfen für die Scheibe. Wichtig: Die hinteren Fenster geschlossen halten und auch Lüftungsdüsen nicht direkt auf den Körper richten, sonst hat man rasch eine Erkältung.

„Wer ein Kind oder ein Tier bei brütender Hitze in einem fremden Auto entdeckt, muss Zivilcourage beweisen und handeln: Umfeld abchecken, Kennzeichen ausrufen lassen - beispielsweise bei Supermärkten - und im Zweifelsfall die Exekutive verständigen“, rät Walter Kuh abschließend.