Erstellt am 01. Februar 2012, 00:00

Hundebiss: Bennet am Weg der Besserung. SCHWER VERLETZT / Hund biss Bennet (2) in die Wange und ins Bein. Operation gut verlaufen. Grund für Attacke ist unklar.

VON MICHAEL PEKOVICS

RETTENBACH / „Unser kleiner Bennet wurde gestern operiert. Die Operation ist gut verlaufen, er hatte zum Glück keine schweren inneren Verletzungen“, atmet Eveline Thaler, die Großtante des Zweijährigen, auf. Der furchtbare Vorfall ereignete sich am Sonntagnachmittag gegen 16 Uhr, die Familie trank gerade Kaffee.

„Ike“ biss Bennet ins  Gesicht und ins Bein

„Plötzlich hörten wir seltsame Geräusche aus dem Obergeschoss“, erinnert sich die im Untergeschoss des Mehrparteienhauses wohnende Eveline Thaler an die tragischen Minuten zurück. Bennets Großvater Hans-Jürgen März stürmte sofort die Treppe hinauf und sah, wie seine im Obergeschoss wohnende Tochter Sharone Bennet im Arm hielt und sich vom Hund wegdrehte.

März stellte sich zwischen sie und den Hund und drängte das Tier weg. Doch der American Staffordshire Mischlingsrüde „Ike“ hatte dem Zweijährigen zuvor schon ins Gesicht und auch ins Bein gebissen. Eveline Thaler – Mutter Sharona ist ihre Nichte – verständigte sofort die Rettung, nur Minuten später landete der ÖAMTC-Notarzthubschrauber vor dem sogenannten „12er Haus“ (ehemaliges Bergwerkshaus) in Rettenbach. Großvater März hatte sich inzwischen um den verletzten Bennet gekümmert. Seine Wange war großflächig aufgerissen, laut Sanitätern des Notarzthubschraubers erlitt der Zweijährige „schwer blutende“ Verletzungen.

„Es gab nie Probleme, der  Hund war immer lieb“

Nach der Erstversorgung wurde das Kleinkind sofort in die Kinderklinik nach Graz geflogen. „Mutter Sharona ist jetzt gemeinsam mit ihm im Spital und völlig fertig“, wie Thaler erzählt: „Der achtjährige Hund gehört ihr, Bennet und er sind quasi gemeinsam aufgewachsen. Es gab nie Probleme, der Hund war immer lieb zu dem Kleinen, die ganze Sache ist einfach aus dem Nichts heraus passiert. Sharona hat mir erzählt, dass die beiden unmittelbar vor dem Biss nebeneinander am Boden gesessen sind und plötzlich habe der Hund zugebissen.“ Thaler vermutet, dass „Ike“ vielleicht „nur spielen oder Bennet im Gesicht ablecken wollte“.

Tierarzt muss über weitere  Vorgehensweise entscheiden

Dem kleinen Bennet wird nach dem schrecklichen Zwischenfall wohl eine Narbe zurück bleiben. Rüde „Ike“ wird nun vom zuständigen Tierarzt untersucht. „Der Arzt muss überprüfen, ob der Hund an einer Tierseuche erkrankt ist und dann dem Amtstierarzt Bericht erstatten“, sagt Bezirkshauptmannstellvertreter Helmut Nemeth. „Das ist der normale Vorgang, wenn ein Hund einen Menschen angreift.“ Ergebnisse der Untersuchung werden im Laufe der Woche erwartet.