Erstellt am 09. März 2016, 05:19

von NÖN Redaktion

„Ich habe keine Angst in Stinatz“. Nachdem sich die Bevölkerung von Stinatz im Bezug auf Asylwerber zunehmend verunsichert zeigt, gibt es auch Gegenstimmen im Ort.

 |  NOEN, Fotos: APA/EPA/Georgi Licovski, APA/Preiss, APA/Hochmuth

Nach dem BVZ-Bericht der Vorwoche mit dem Titel „Stimmung färbt ab“ (

und unten), bei dem Gemeindebürger ihre Ängste vor Asylwerbern äußerten, gibt es jetzt auch Gegenstimmen im Ort.

Die BVZ erreichte ein Leserbrief von Anna Maria Zsifkovits, die die angesprochene „Angst vor Asylwerbern“ gar nicht teilen kann.

„Ich kenne Stinatz ausschließlich mit Flüchtlingen und bisher ist mir bezüglich Flüchtlingen kein Problem bekannt. Ganz im Gegenteil, ich habe nur positive Erfahrungen gemacht. Egal, zu welcher Tageszeit ich Asylbewerbern begegne, werde ich sehr höflich gegrüßt“, erklärt Zsifkovits in dem Schreiben.

„Habe als Frau in der Nacht keine Angst“

Der Vorfall, bei dem ein Asylwerber (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) ein zehnjähriges Kind bei einem Kindermaskenball auf die Wange geküsst hatte und daraufhin angezeigt wurde, ist laut Zsifkovits kein Thema in der Ortsbevölkerung. Und sie fragt, ob dieser Vorfall auch angezeigt worden wäre, wenn „ein österreichischer Staatsbürger ein Kind auf die Wange geküsst hätte“.

Die 26-Jährige findet es außerdem „sehr schade, dass Stinatz jetzt in ein so negatives Licht gerückt wird.“ Schließlich funktioniere das Zusammenleben zwischen Asylwerbern und der Ortsbevölkerung seit Jahren problemlos.

„Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass ich als Frau in Stinatz nach wie vor keine Angst habe, bei Dämmerung oder in der Dunkelheit Spazieren beziehungsweise Laufen zu gehen“, erklärt Zsifkovits.