Erstellt am 06. Juni 2012, 09:36

Ilse Benkö tritt an zum „Duell um Oberwart“. WAHL 2012 / FPÖ-Politikerin hat zwei Ziele: Erzwingen einer Stichwahl des Bürgermeisters und Einzug in den Stadtrat.

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Lange hatte sie sich für die Entscheidung Zeit gelassen, jetzt ist die Katze aber aus dem Sack: Ilse Benkö (FPÖ) wird bei der Bürgermeisterwahl am 7. Oktober gegen den amtierenden Stadtchef Gerhard Pongracz (SPÖ) und ÖVP-Vize Georg Rosner in den Ring steigen.

„Ich möchte das ‚Duell um Oberwart‘ mit meinem Abgeordnetenkollegen von der SPÖ aufnehmen“, sagt Benkö und sagt auch gleich, warum: „Nach dem Finanzskandal ist der Unmut in der Bevölkerung groß. Niemand hat die politische Verantwortung übernommen, wenig wurde aufgeklärt, kaum etwas hat sich geändert.“ Es sei für sie Ehrensache, die Dinge „nicht nur geschehen zu lassen, sondern das Heft auch selbst in die Hand zu nehmen: Ich möchte glaubwürdig für einen politischen Neuanfang in Oberwart kämpfen.“

Benkös Kandidatur macht Stichwahl wahrscheinlicher
Durch die Kandidatur von Benkö erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl, die notwendig wird, sollte ein Kandidat im ersten Wahlgang nicht 50 Prozent plus eine Stimme erreichen. „Ob ich in die Stichwahl komme oder durch meine Kandidatur eine solche ermögliche, ist eine andere Frage“, sagt Benkö. „Die Bürger sollen einfach zwischen mehreren Alternativen wählen können.“

Auch wenn sich Benkö wohl kaum realistische Chancen auf den Bürgermeistersessel ausrechnen darf, hat sie sich dennoch ein Minimalziel gesteckt: „Ich will in den Stadtrat einziehen, als oppositioneller Gemeinderat ist man quasi machtlos. Schaffe ich das nicht, ist es eine Niederlage, aus der ich meine Konsequenzen ziehen müsste.“ Wer an der Seite von Benkö in die Gemeinderatswahl gehen wird, steht noch nicht fest. „Mein Ziel ist eine bunt gemischte Liste mit Bürgern, denen die Situation missfällt und die etwas ändern möchten – Parteipolitik zählt hier für mich nicht.“
Stadtchef Pongracz ist über die Kandidatur „nicht überrascht“: „2002 waren wir auch drei Kandidaten und ich wurde im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt – ich glaube, das gelingt mir auch heuer.“ Rosner wiederum reagiert erfreut auf das Antreten von Benkö – auch wenn ihr Antreten Stimmen kosten wird: „Das betrifft aber eher die SPÖ als uns.“