Erstellt am 14. August 2013, 00:00

Im Dunkeln ist`s gut .... Ein Report /  ... schwimmen! Nachtbaden - ein Klassiker. Raus aus der Disco und rein ins Wasser. Aber wie war das mit den „Überwachungskameras“ und „nackt auf den Polizeiposten“?!

Abtauchen. Nachts darf man eigentlich nicht im Schwimmbad planschen. »Nachtschwimmer« tun es trotzdem - immer wieder. privat  |  NOEN, privat
Von Vanessa Bruckner

Ein Report /  Im Freibad, nachts um halb zwei - schaut die Polizei hoffentlich nicht vorbei. Nachtschwimmen gehört für viele zu den besten Dingen, die das Leben zu bieten hat. Kaum einer, der in einer lauen Sommernacht noch nicht heimlich über den Zaun gekraxelt ist. Es „ist doch so heiß“ und die Stimmung grad so „bombig“. Als Understatement gibt`s eine Wasserbombe ins tiefschwarze Schwimmbecken.

Konsequenzen beim Nachtbaden?

Über die meistgestellte Frage, ob denn Kameras im Freibad installiert sind, denkt man in dem Moment lieber nicht nach. Und auch nicht darüber, ob jetzt gleich die Exekutive um die Ecke prescht und einen pudelnackt mit auf den Posten schleppt. Und überhaupt: muss man beim Nachtbaden eigentlich mit rechtlichen Konsequenzen rechnen?

Tatsächlich ist es gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der die Frage genau beantworten kann. Roland Heindl, Rechtsanwalt aus Oberwart, klärt auf: „Wenn jemand unerlaubt außerhalb der Öffnungszeiten baden geht, kann der Betreiber des Freibads den nächtlichen Gast binnen 30 Tage wegen Besitzstörung anklagen. Werden beispielsweise Garderoben oder Spinte aufgebrochen, handelt es sich um Hausfriedensbruch.“

Im Allwetterbad Pinkafeld kennt man die Problematik Vandalismus. „Sonnenliegen oder Schirme sind im Wasser gelandet und dabei Schäden am Becken verursacht wurden. Solche Fälle werden natürlich angezeigt“, erzählt Betriebsleiter Werner Ulreich.

Tagesgast kommt auch mal nachts vorbei

Es gibt also doch Überwachungskameras in den Freibädern des Bezirkes?!

„Wir haben keine, aber die Polizei kontrolliert nachts regelmäßig den Parkplatz. Den Übeltäter haben wir damals trotzdem erwischt. Er hatte seinen Schuh vergessen. Die Leute, die in der Nacht über den Zaun kraxeln, kommen oft auch tagsüber bei der Badekasse vorbei. Ein aufmerksamer Bademeister kennt seine Gäste bis auf den Schuh“, erklärt Ulreich schmunzelnd.

„Nachtbaden ist herrlich, man erinnert sich ewig daran“, schwärmt ein bekennender Zaunkraxler. „Es ist der Reiz des Verbotenen und hat manchmal auch etwas Erotisches an sich, schließlich ist Nachtbaden auch gleich Nacktbaden. Da steht man schon mal wildfremden Menschen nackt gegenüber, die man erst eine Stunde zuvor in der Disco kennengelernt hat.“

„Nach einer wilden Nacht im Kamakura war es im Sommer Pflicht, Nachtschwimmen zu gehen“, erzählt ein anderer. „Ein Freund kam damals mit unzähligen Rollen Klopapier vom Kamakura zurück, damit wir etwas zum Abtrocknen haben. Das war was, wir haben Tränen gelacht.“ „An manchen Abenden bildeten sich sogar kleine Staus vor dem Zaun“, erzählt eine Frau, die ’es früher auch getan hat‘.

Kontrollieren, ob Wasser im Schwimmbecken ist

Allerdings ist auch Vorsicht geboten. „Man sollte vorher immer kontrollieren, ob auch wirklich Wasser im Becken ist, bevor man reinköpfelt“, so ein Nachtschwimmer lachend.

Die Bademeister des Bezirkes wissen natürlich, dass bei diesen Temperaturen in ihren Schwimmbädern auch nachts reger Betrieb herrscht. „Ab und an findet man auch Unterwäsche bei Dienstbeginn“, erzählt Christoph Geschray, der Bademeister des Freibads Oberschützen und Werner Ulreich, vom Pinkafelder Schwimmbad, fügt lachend an: „Ich hätte übrigens noch eine schwarze Strumpfhose im Angebot. Falls die jemand vermissen sollte: sie ist an der Badekasse abzuholen.“