Erstellt am 24. Juli 2013, 00:00

Internationaler Wirbel um den „Grabräuber“. Knochen in Wohnung / Gert Dieter Imre (47) lässt nicht locker und wirbt auf Flohmarkt weiter für Stadtmuseum.

knochen aus gaas  |  NOEN, christian schulter (christian schulter)
Von Michael Pekovics

OBERWART, GAAS / Der Fall des 47-jährigen Oberwarters Gert Dieter Imre sorgte auch international für Aufsehen. Sogar Medien wie „Foxnews“, das englische Boulevardblatt „Sun“ und der „Daily Mirror“ veröffentlichten die Geschichte jenes Mannes, der, wie er sagt, „mit bestem Wissen und Gewissen“ insgesamt 56 Totenköpfe und 55 Knochen aus dem Gebeinhaus (Anmerkung: Karner) der Wallfahrtskirche Maria Weinberg entnommen und in seiner Wohnung gelagert hatte.

Auch eine Woche nach Auffliegen des Falls – www.bvz.at berichtete exklusiv – ist sich Imre keiner Schuld bewusst. „Das war eine gute Sache“, ist der 47-jährige Musiker überzeugt und war am Sonntag wieder am Flohmarkt in Kemeten: „Es gab niemanden, der meine Tat als pietätlos bezeichnet hätte. Wohl auch deswegen, weil auf den Bildern klar ersichtlich ist, dass die menschlichen Gebeine inmitten von Müll und Dreck lagen.“ Imre wird von der Polizei beschuldigt, die Totenköpfe am Flohmarkt zum Verkauf angeboten zu haben, er bestreitet das.

Mittlerweile befinden sich die Totenköpfe und Knochen wieder im Gebeinhaus. Sie wurden am Donnerstag im kleinen Rahmen von Pfarrer Karl Schlögl gesegnet und beigesetzt.

Laut Polizei soll Imre den Mesner, der ihm bei der Entfernung der menschlichen Überreste aus dem Gebeinhaus half, getäuscht haben: „Der Mesner handelte im guten Glauben, dass Imre in offizieller Mission unterwegs sei und die Gebeine für ein Museum in Oberwart benötigt werden.“ Der Zugang zum Karner soll nun mit einem Gitter verschlossen werden.

Der 47-jährige Beschuldigte hält indes weiter an seinen Plänen fest. „Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, meine Absichten waren ehrenhaft“, sagt Imre. „Am letzten Sonntag war ich wieder am Flohmarkt in Kemeten und habe neuerlich Unterschriften für die Errichtung eines Stadtmuseums in Oberwart gesammelt.“ Mit dabei war auch ein Totenkopf, diesmal allerdings aus Edelserpentin. 30 Unterstützer für seine „Bürgerinitiative für ein Stadtmuseum Oberwart“ hat Imre bereits gefunden, ans Aufgeben denkt er nicht: „Ich werde alle davon überzeugen, dass meine Sicht der Dinge richtig ist.“