Erstellt am 20. Juni 2012, 08:37

Jeder Punkt ist ein Soldat. VERBANDSÜBUNG 2012 / Die BVZ war live bei der großen Übung des Jägerbataillons 19 mit dabei. Besonders spannend: die Echtzeitauswertung, mit der alles erfasst wird.

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON MICHAEL PEKOVICS

PINKAFELD, WIESFLECK / Irgendwie erinnert alles an ein Computerspiel. Über den Bildschirm huschen Punkte, die die einzelnen Soldaten im Gefecht darstellen. Die Gewehre sind mit Lasersystemen ausgestattet, trifft eines davon ein (menschliches) Ziel, wird das dem System gemeldet, ein Boardcomputer auf der Weste meldet „verwundet“ oder „Kopfschuss“. Eine wichtige Information – sowohl für Sanitäter als auch für die „Schiedsrichter“, die die verletzten Soldaten wieder „aufladen“ können.

All das funktioniert mit der sogenannten „Echtzeitauswertung“ (EZA), über die das Bundesheer seit rund drei Jahren verfügt. Auch bei der Abschlussübung des Jägerbataillons 19 aus Pinkafeld kam das System zum Einsatz. Der effektive Nutzen: Die Übung kann im Nachhinein punktgenau ausgewertet und analysiert werden. Und zwar deswegen, weil die Soldaten mit GPS ausgestattet sind, das ihren Standort punktgenau weitergibt – die Entfernung zum Auswertungswagen kann dabei bis zu 17 Kilometer betragen.

Verbandsübung hat  einen realen Hintergrund

Aber das vermeintliche „Indianerspiel“ hat durchaus einen ernsten Hintergrund mit realen Anwendungsoptionen. Kosovo, Tschad, Libanon – überall war die Aufgabe der österreichischen Soldaten dieselbe: das Auseinanderhalten von feindlichen Gruppierungen zum Schutz der Zivilbevölkerung. Diese Übungen sind Voraussetzung dafür, dass ein Soldat an einem Auslandseinsatz des Bundesheeres teilnehmen darf. Für den Großteil der eingesetzten Soldaten markiert die Übung aber das Ende ihrer Zeit als Grundwehrdiener. Insgesamt waren 520 Soldaten beteiligt, dazu kamen noch 61 Angehörige der Miliz und einige erst kürzlich eingerückte Grundwehrdiener.

Von Montag bis Freitag der Vorwoche waren sie in der Region Pinkafeld Ost/Wiesfleck im Wald unterwegs, um zwei Konfliktparteien zu trennen und die Bevölkerung zu schützen. „All das passiert natürlich in enger Abstimmung mit den Behörden“, sagt Major Dietmar Deutsch, stellvertretender Kommandant des Jägerbataillons 19. „Im Vordergrund stand das gemeinsame Üben mit Soldaten aus der Miliz, die ihre bei Missionen im Ausland erworbene Erfahrung einbrachten.“

Major Dietmar Deutsch, stellvertretender Kommandant des Jägebataillons 19, überwachte die Übung von seinem Einsatzfahrzeug aus.