Erstellt am 17. Juli 2013, 00:00

Jetzt wird?s kritisch. Verwüstung / Hagel zerstörte Weingärten in Deutsch Schützen, Eisenberg und am Hannersberg. Viele Winzer betroffen.

 |  NOEN
Von Viviane Jandrisits

BEZIRK | Hagelkörner können heuer sicher getrost als Winzertränen bezeichnet werden. Über Teile des Bezirkes Oberwart ging am Donnerstag der Vorwoche erneut ein schweres Hagelgewitter nieder. Besonders betroffen sind die Winzer in der Gemeinde Deutsch Schützen/Eisenberg, die noch den Schock vom Schaden eines Gewitters vor drei Wochen verdauen müssen.
Deutsch Schützens Bürgermeister Franz Wachter zeigt sich bestürzt: „Der Hagel hat Gott sei Dank nicht alle Lagen vernichtet, aber der Eisenberg ist stark verwüstet. Auf der Schlagseite wird es etwa einen Ernteausfall von circa 50 Prozent geben“.

„Schmerzgrenze ist erreicht“

„Um den guten Wein und für die Buschenschänke ist es natürlich sehr schade. Aber wir hoffen, dass wir es im Tourismus nicht weiter spüren“, meint der Ortschef weiter. Die Hoffnung gibt es aber nicht auf: „Die Schmerzgrenze haben wir schon erreicht, aber weiter überschreiten wollen wir sie nicht.“

Trotz Zerstörung bleibt man optimistisch

Auch die Weinbauern der Region hadern mit dem Hagelschaden. „Mittlerweile ist die Lage am Eisenberg ziemlich schlimm. Beim letzten Hagelsturm wurde die eine Hälfte des Hanges Richtung Ungarn beschädigt, diesmal hat es leider ausgerechnet die andere Seite erwischt“, schildert der Winzer Markus Faulhammer vom Weingut Schützenhof. Auch das Holz, das für die Rebe im kommenden Jahr gebraucht wird, ist angeschlagen. In Deutsch Schützen ist der Schaden wiederum halb so schlimm. „Der Hagel hat die Weinstöcke zwar gestreift, aber eine Ernte wird es trotzdem geben“, versichert Winzer Faulhammer.

Anders sieht es in Hannersdorf aus. „Die Hagelkörner waren zwar nicht so groß, trotzdem hat es den Hanners- und Königsberg stark getroffen. Vor allem die Nordseite der Weingärten haben ziemlich viel vom Unwetter abbekommen“, berichtet Hannersdorfs Bürgermeister Erich Werderitsch.
„Die Ernte hängt natürlich stark von der geernteten Menge ab, deshalb sind die Winzer jetzt umso mehr gefordert, die Quantität durch Qualität wieder gut zu machen“, meint Werderitsch. Auch Weinbauer Markus Faulhammer ist bestürzt über die aktuelle Situation am Hannersberg. „In dieser Region ist durch das Unwetter wirklich am meisten beschädigt worden. Es gibt einzelne Lagen, bei denen der Hagel gut 50 Prozent der Ernte zerstört hat.“

Viele Weinbauern versuchen, trotz des – im wahrsten Sinn des Wortes – Unwetters optimistisch zu denken. „Durch den Verlust der Weinstöcke werden jetzt wenigstens die Lagerbestände aufgebraucht und ein leeres Lager bedeutet am Ende wiederum mehr Platz für neuen Wein“, sagt ein Winzer, für den Glas wohl immer halb voll statt halb leer ist.