Erstellt am 28. Oktober 2015, 04:22

von Lisa Pichler und Vanessa Bruckner

Johnny Cash lebt in Riedlingsdorf. Walter Ringhofer besitzt die wohl größte Johnny Cash-Sammlung Europas. Jetzt hat der Riedlingsdorfer daraus ein Privatmuseum gemacht. Und was für eines!

Ein Kenner. Walter Ringhofer in seinem Privatmuseum, das man gegen Voranmeldung unter der Nummer 0664/1537406 besuchen kann. Foto: Vanessa  |  NOEN, Vanessa Bruckner
Eine Plastikhülle, zwei Zahnräder und ein schwarzes Band. Aus viel mehr besteht eine Musikkassette nicht. Für Walter Ringhofer war das kleine „Plastiktrum“ allerdings der Beginn einer Leidenschaft fürs Leben. Auf der Kassette: Songs von Johnny Cash.

Sammlung mit mittlerweile über 2.000 Stücken

„Ich war sofort von seiner Musik fasziniert. Cash kann man mit Worten nicht beschreiben, er ist für mich der größte Musiker unserer Zeit“, erklärt der Riedlingsdorfer im Gespräch mit der BVZ. Heute besitzt Ringhofer die wohl größte private Johnny Cash-Sammlung in ganz Europa.

In den vergangenen 40 Jahren stieg die Sammlung auf mittlerweile über 2.000 Stücke an. „Die genaue Zahl weiß ich ehrlich gesagt nicht“, gesteht der 60-Jährige schmunzelnd.

Am 12. September jährte sich der Todestag des verstorbenen Countrysängers bereits zum zwölften Mal. In Riedlingsdorf lebt Johnny Cash – dank seines wohl größten Fans, Walter Ringhofer – unterdessen weiter. Der größte Schatz der Sammlung ist eine signierte Gitarre des Countrysängers aus Arkansas.

Ein Buch und der Traum von einer großen Reise

„Ich stieß im Zuge einer Online-Auktion eigentlich mehr zufällig darauf. Es war wirklich, als wäre ein Traum in Erfüllung gegangen, als ich die Gitarre zum ersten Mal in der Hand hielt“, erinnert sich Ringhofer.
Vier bis fünf Stunden täglich widmet der Ringhofer seinem Hobby. Dabei sucht er im World Wide Web weiter nach Stücken, die seine Sammlung vergrößern.

„Ich setz mich aber auch gerne hin, leg eine Schallplatte auf und genieße einfach die grandiose Musik von Johnny Cash. Seine Stimme war einzigartig.“ Einen Lieblingssong hat der Sammler aber nicht. „Sie sind alle ganz große Klasse.“

Seine stetig wachsende Sammlung inspirierte den gelernten Bodenleger schließlich dazu, ein Buch über seine Johnny Cash-Sammlung zu schreiben. 116 Seiten sind es geworden, mit vielen, teils unveröffentlichten Fotos des Countrysängers darin.

„Ein Musikproduzent war schon zu Besuch“

Für seine Sammlung erntet Ringhofer viel Lob. Beinahe täglich trudeln Briefe aus der ganzen Welt in seinem Postfach ein. Dass es in der kleinen Gemeinde Riedlingsdorf ein tolles Johnny Cash Museum gibt, hat sich mittlerweile auch herumgesprochen.

„Ein Musikproduzent war schon bei mir zu Besuch. Vor Kurzem kam auch ein Vater-Sohn-Duo aus Kanada vorbei, die ihren Urlaub im Burgenland verbrachten und von meinem Museum gehört hatten.“

Walter Ringhofer hat sein größtes Idol übrigens nie live auf der Bühne erlebt. „Das ist natürlich bitter, aber zumindest habe ich ein Konzert seiner Tochter Rosanna miterlebt. Ihr habe ich auch mein Buch geschenkt, sie war begeistert“, erzählt der Riedlingsdorfer.

Natürlich hat auch ein Sammler noch Träume. Eine Reise nach Amerika, um das Grab seines großen Musikidoles besuchen zu können, ist bereits in Planung.