Erstellt am 27. Mai 2015, 08:21

von Michael Pekovics

Kanal: Bürger verzweifeln. 80 Einsätze in nur einer Woche allein für die Stadtfeuerwehr Pinkafeld. In Oberwart und Pinkafeld regt sich Bürgerkritik. Gemeinden kontern: „Regen ist einfach zu stark.“

Stadtfeuerwehr im Dauereinsatz. Innerhalb von nur einer Woche kam es zu 80 Einsätzen. Auf Facebook dankte Kommandant Kurt Tripamer seinen Mitgliedern für ihren Einsatz und den Bürgern für ihr Verständnis.  |  NOEN, Pekovics

80 Einsätze in nur einer Woche allein in Pinkafeld, Überschwemmungen in Wiesfleck, Riedlingsdorf, Loipersdorf und Großpetersdorf sowie zahlreiche Keller unter Wasser und vermurte Straßen.

Die sintflutartigen Regenfälle der Vorwoche hielten die Freiwilligen Feuerwehren wieder auf Trab. Allein am Mittwoch waren im ganzen Land 23 Feuerwehren mit 66 Mann im Einsatz – BVZ.at hatte berichtet, hier geht's zu Bericht und Fotos:



Oberwart blieb weitgehend verschont, allerdings meldete sich ein Anrainer bei der BVZ, weil „die Gemeinde keinen Handlungsbedarf sieht“: „Jedes Mal, wenn es stärker regnet, wird mir Wasser von der Kanalisation ins Haus gedrückt, ich bin der einzige Anrainer hier, deswegen wird nichts gemacht.“

Abwasser von Bakip und Internat wird umgeleitet

Eine Lösung in Eigenregie käme zu teuer, Hauptproblem sei, dass zwei Abwasserkanäle unweit des Hauses auf einen zusammengeführt werden. Im Rathaus kennt man den Fall, verweist aber auf die notwendigen Kanalarbeiten im Zuge des Neubaus der Bakip und der Sanierung des Internats: „Die Abwässer beider Gebäude werden künftig anders abgeleitet, damit sollte sich die Situation entschärfen.“

Der Anrainer erhofft sich jedenfalls rasche Hilfe: „Schließlich zahle ich Gebühren und erwarte mir, dass das Abwassersystem funktioniert.“

Ähnlich ist die Situation in Pinkafeld in der Marktfeldsiedlung. Auch dort stehen immer wieder Keller unter Wasser. Auf Facebook fragte ein Bürger Stadtchef Kurt Maczek (SPÖ), was denn aus dem 2006 versprochenen neuen Kanalsystem geworden sei. Von der BVZ darauf angesprochen meinte Maczek, dass „bei diesem Regen auch ein größerer Kanal überlastet gewesen wäre“.

Die Gemeinde will nun aber einen Grüngürtel errichten, um Bodenausschwemmungen zu verhindern. Die ausgeschwemmte Erde der Felder sei nämlich regelmäßig für die Verstopfung des Kanals verantwortlich.