Erstellt am 06. Juli 2011, 00:00

Karim El-Gawhary zu Gast. ERÖFFNUNG / Auf Burg Schlaining wurde die 28. Internationale Sommerakademie eröffnet. Das Thema: „Zeitwende in der arabischen Welt. Welche Antwort findet Europa?“

Karim El-Gawhary (l.) eröffnete die Sommerakademie auf der Burg Schlaining. Vizebürgermeisterin Waltraud Renner-Weschitz Waltraud und Elias Bierdel waren gespannte Zuhörer.ZVG/FRANZ WEBER  |  NOEN
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VON MELANIE MÜLLER

STADTSCHLAINING / Die Internationale Sommerakademie findet jährlich in der 2. Woche im Juli auf der Burg Schlaining statt. Die jeweiligen Themen orientieren sich am aktuellen friedenspolitischen und friedenswissenschaftlichen Diskurs. Diese in deutscher Sprache organisierte Veranstaltung versammelt Teilnehmern unterschiedlichster gesellschaftlicher und politischer Herkunft und Altersgruppen. Von Erstsemestrigen bis zur etablierten Wissenschaft, von interessierten Zeitungslesern zu aktiven Politikgestaltern, von „grass roots“ bis zur internationalen Diplomatie. Die Gestaltung des Programms setzt sich aus Plenarvorträgen, Podiumsdiskussionen, Streitgespräche, Workshops, Diskussions- und Filmabende zusammen.

Die 28. Sommerakademie, welche vergangenen Sonntag, dem dritten Juli eröffnet wurde, steht erstmals unter der Leitung von Evelyn Messner. Sie ist die neue Präsidentin des Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung. „Wir wollen natürlich am Puls der Zeit bleiben und deshalb das Thema arabische Welt“, so Messner. Die Eröffnung der 28. Internationalen Sommerakademie, fand mit der Festansprache von Karim El-Gawhary einen gebührenden Auftakt. Karim El-Gawhary ist ein deutsch-ägyptischer Journalist. Er leitet seit 2004 das Nahostbüro des ORF in Kairo und arbeitet als Nahost-Korrespondent für elf deutschsprachige Zeitungen. Der Journalist sprach in seiner Festansprache davon, dass die revolutionäre Baustelle in der arabischen Welt in nächster Zeit nicht kleiner, sondern größer werden wird, unruhige Zeiten zu erwarten seien und gab einen Überblick über die derzeitige Situation vor Ort. Welche Auswirkungen die Zeitwende in der arabischen Welt auf Europa haben könnte, darüber wird bis Freitag auf Burg Stadtschlaining diskutiert.

An den Vormittagen wird jeweils ein Schwerpunktthema bearbeitet und während der ganzen Woche wird es an den Nachmittagen wie gewohnt eine Reihe von Workshops geben, deren Inhalte sich von Demokratieentwicklung und gewaltfreie Aktion, über Kräfteverhältnisse, Ressourcenfragen, die Rolle des Islam in der arabischen Welt hin zu Asylpolitik, Migration und Menschenrechte erstrecken.

Das Abendprogramm startete am Montag mit der Lesung „Warum Krieg“ über den Briefwechsel von Albert Einstein und Sigmund Freud zur Frage, warum es Krieg überhaupt gibt. Die Briefe und Texte wurden für die Lesung mit historischen Dokumenten ergänzt. Am Dienstag wurde bei einem Filmabend der Film „The Yacoubian Building“ von Marwan Hamed gezeigt.

Burgfest als Abschluss  der Sommerakademie

Im Zuge der Sommerakademie findet ein auch heuer wieder ein großes Burgfest in Schlaining statt. Am Donnerstag, dem 7. Juli ab 19.30 Uhr, gibt es live Musik mit der Gruppe „Maghreb Vibration“ und.

Die heurige Sommerakademie, an der rund 200 internationale Experten und Wissenschaftler teilnehmen, dauert noch bis Freitag. Die Organisatoren hoffen auf reges Interesse und gutes Gelingen der 28. Sommerakademie auf der Burg Schlaining.