Erstellt am 01. Juni 2011, 00:00

Kasernen zu, Pläne gesucht. STADTENTWICKLUNG / 2013 werden die Kasernen Oberwart und Pinkafeld nach der Fertigstellung in Güssing geschlossen. Konkrete Pläne für Nachnutzung gibt es nicht.

VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART, PINKAFELD / Grundstücke mitten im Stadtgebiet sind begehrt. Ab 2013 wird es in beiden Städten große Flächen geben, die zum Verkauf stehen. Denn wie Oberstleutnant Thomas Erkinger, Kommandant des Jägerbataillons 19 in Pinkafeld, bei einer Diskussionsveranstaltung bekannt gab, soll „unter Berücksichtigung des laufenden Bauabschnitts die Umsiedelung des Bataillons nach Güssing spätestens 2013 stattfinden“. Höchste Zeit also, über die Nachnutzung der beiden Grundstücke nachzudenken. Die schwerere Aufgabe hat wohl Pinkafelds Stadtchef Kurt Maczek (SPÖ), ist das 4,5 Hektar große Grundstück doch so groß wie die gesamte Innenstadt und liegt zudem noch mitten in einem Wohngebiet.

Weichen können erst nach  Bewertung gestellt werden

„Es gibt bereits Gespräche mit Interessenten“, weiß Maczek. „Aber zuerst muss die SIVBEG (Anmerkung: Strategische Immobilien Verwertungs-, Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft) das Grundstück bewerten. Das soll zwischen einem halben und einem Jahr vor der Eröffnung von Güssing erfolgen.“ Dass die Gemeinde selbst als Käufer auf den Plan trete, sei angesichts der Größe von 4,5 Hektar „unrealistisch“. Vizebürgermeister und Obmann der Bürgerinitiative Pinkafeld (BIPI) Thoms Pickl fordert, „einen Platz zum Leben, zum Wohnen haben wir schon genug“. Auch FPÖ-Kandidat Peter Jauschowetz fragt sich, „was die Stadtgemeinde zu tun gedenkt, damit dieses Areal für die nächste Generation nutzbar wird“.

So wie Pinkafeld hat auch Oberwart ein garantiertes Vorkaufsrecht. Die finanzielle Situation in Oberwart ist freilich nicht besser als in der Nachbarstadt. „Im Budget gibt es keinen Spielraum. Über einen Kauf nachzudenken wäre verschwendete Zeit“, meint etwa Vizebürgermeister Georg Rosner (ÖVP). Für Stadtchef Gerhard Pongracz ist ein Problem aber viel größer: nämlich der Denkmalschutz. „Mit einer guten Idee kann man auf den paar tausend Quadratmetern sicher ein tolles Projekt umsetzen. Ob sich aber jemand über die Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, drüber traut, das ist eine andere Frage.“