Erstellt am 17. November 2010, 00:00

Kein Geld für den Frieden. FINANZIELLES AUS? / Das Friedenszentrum und die darin beheimatete Universität sind vom Zusperren bedroht. Grund dafür: Das Budget wird gekürzt oder gestrichen.

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VON DANIEL FENZ

STADTSCHLAINING / Dem Friedenszentrum und der Uni geht es an den Kragen. Grund dafür sind anstehende Basissubventionen, die gestrichen werden. Deswegen würden bis zu 350.000 Euro im Budget fehlen.

Vor 28 Jahren gründeten die damalige Wissenschaftsministerin Dr. Hertha Firnberg und der damalige Landesrat Dr. Gerald Mader mit Unterstützung von Altbundeskanzler Dr. Bruno Kreisky den Verein „Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung“. Dieser ist inzwischen durch seine Friedensforschung, Friedenserziehung und zivile Konfliktbearbeitung weltweit bekannt und anerkannt.

Schlaining stand von Anfang an für die Verbindung von Lehre und Forschung, aber auch für Theorie und Praxis. Mit Schreiben vom 5. November teilte das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung dem Studienzentrum mit, dass ab kommendem Jahr keine Basissubvention mehr gewährt werden kann. „Dies stellt einen einzigartigen Schlag gegen die Friedenswissenschaft dar und bedeutet die Vernichtung der Existenz einer international anerkannten außeruniversitären Einrichtung,“ erklärt Dr. Gerald Mader.

Die Auflösung wäre nicht nur das Ende einer breiten Friedenswissenschaft in Österreich, sondern auch eine wirtschaftliche Katastrophe für Schlaining und die Region. „Uns ist es gelungen, eine Infrastruktur aufzubauen, die eine praktische Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse ermöglich. Die Vernichtung der Existenz des ‚ÖSFK‘ würde gleichzeitig eine Katastrophe für Schlaining und die Region darstellen, da 40 Arbeitskräfte ihren Job verlieren würden.“

DDr. Erwin Schranz, Geschäftsführer des Trägervereins ÖSFK ist ebenfalls um das Institut besorgt: „Die Budgetminderung oder gar kein Geld vom Bund wäre für uns existenzgefährdet. Der erste Lehrgang der Uni ist ein Probebetrieb und müsste sofort wieder beendet werden“, erklärte Schranz. „Es wäre unverantwortlich, wenn wir aus finanziellen Nöten das Institut schließen müssten.“