Erstellt am 17. Juni 2015, 10:01

von Elisabeth Kirchmeir

P2-Gäste geschlagen?. Blutige Angelegenheit: Ohne ersichtlichen Grund soll ein 22-Jähriger zwei Discobesucher krankenhausreif geschlagen haben - er bestreitet die Tat.

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In der Nacht von 16. auf 17. Jänner dieses Jahres soll ein 22-jähriger Maschinenbautechniker andere Besucher der Disco P2 in Kemeten niedergeschlagen haben.

Am Montag musste er sich wegen dieses Vorwurfes vor Gericht verantworten und bekannte sich nicht schuldig. Die Anklage dürfte, so meinte sein Anwalt, auf einer Verwechslung beruhen.

Er sei zwar in der Diskothek gewesen, habe aber niemanden niedergeschlagen und könne sich auch nicht erinnern, eine Rauferei beobachtet zu haben.

Discobesitzer Mohamed Lakfif konnte zu der Schlägerei ebenfalls keine Angaben machen, jedoch berichtete er, dem Angeklagten nach Bekanntwerden des Vorfalls Lokalverbot erteilt zu haben. Der 22-Jährige sei schon zuvor in Schimpfereien und Streitereien verwickelt gewesen.

Schläge brachen Nase und Oberkiefer

„Ich bekam einen Schlag ins Gesicht, darauf folgte ein Faustschlag, der meine Nase traf“, berichtete eines der Opfer, ein 28-jähriger Kellner. Der gewalttätige Discogast fügte ihm einen verschobenen Nasenbeinbruch zu, der operativ eingerichtet werden musste.

Der nächste Faustschlag traf einen 28-jährigen Bankangestellten. „Ich ging bewusstlos zu Boden“, berichtete dieser als Zeuge vor Gericht. Der wuchtige Schlag führte zu einer Fraktur des Oberkiefers und zu einer Durchtrennung eines Nervs im Bereich der Zähne. Wochenlang konnte der Verletzte keine feste Nahrung zu sich nehmen.

Ein dritter Mann bekam, als er den Randalierer von seinen Freunden wegziehen wollte, ebenfalls Schläge ab.
Alle drei gaben an, den Täter zuvor nicht gekannt zu haben. Durch gemeinsame Recherchen und mithilfe eines in der Nacht des Vorfalls in der Disco aufgenommenen Fotos will man schließlich herausgefunden haben, um wen es sich gehandelt haben muss.

„Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass er es war“, gab eine Bekannte der drei Opfer, die die Attacke als Augenzeugin miterlebt hat, zu Protokoll.

Der Prozess wurde vertagt, weil weitere Zeugen befragt werden müssen.