Erstellt am 09. September 2015, 08:35

von Elisabeth Kirchmeir

Stress vor Disco. Mit Eisenstangen sollen die Kontrahenten aufeinander losgegangen sein. Vater und Sohn sitzen auf der Anklagebank.

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Völlig eskaliert muss die Situation am 20. Dezember 2014 vor der Discothek P2 in Kemeten sein: Zwei Männer, Vater und Sohn, gerieten vor dem Lokal mit einer Gruppe von Lokalbesuchern in Streit.

51-Jährigem wurde die Hand gebrochen

Was sich dabei genau zutrug, ist schwer zu rekonstruieren. Vater und Sohn wurden wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Sie sollen fünf Personen teilweise schwer verletzt haben.

Einem 51-jährigen Mann wurde durch Schläge mit einer Eisenstange die Hand gebrochen, einem anderen durch einen Faustschlag die Nase.

Die beiden Angeklagten, vertreten durch den bekannten Wiener Anwalt Rudolf Mayer, bekannten sich nicht schuldig. Die befragten Zeugen präsentierten in ihren Schilderungen unterschiedliche Versionen des Vorfalls.

„Was schaust denn du so deppert?“

Einer der Beteiligten erinnerte sich: Als er mit seinen Arbeitskollegen aus der Disco gekommen sei, habe der jüngere der Angeklagten gerufen: „Was schaust denn du so deppert?“

Gleich darauf habe der jüngere Angeklagte einem seiner Kollegen mit der Faust ins Gesicht geschlagen.
Andere Zeugen wiederum wollen nichts von einer verbalen Provokation gehört haben. Auch der Ablauf der Tätlichkeiten wurde unterschiedlich geschildert.

„Der ältere Angeklagte wichste mir mit der Eisenstange auf den Arm“, berichtete der 51-Jährige. „Dann standen plötzlich beide mit Eisenstangen vor mir.“

Er habe daraufhin selbst eine Eisenstange gepackt und gegen die beiden Eisenstangen der anderen geschlagen. Dann sei er ins Lokal gelaufen.

Der ältere Angeklagte berichtete, auch auf ihn sei eingeschlagen worden. Er habe erhebliche Verletzungen im Brustbereich erlitten, ein Zahn sei ihm ausgeschlagen worden.

Der Prozess wurde vertagt: Weitere Zeugen müssen einvernommen werden.