Erstellt am 14. August 2013, 09:34

Kind verhindert Entführung. Pinkafeld | Verdächtiger aus dem Bezirk Oberwart versuchte ein Kleinkind im Kinderwagen zu entführen. Neujährige Schwester verschreckte den Täter mit lauten Schreien.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Von Carina Ganster

Polizei ermittelt | Richtig reagiert hat ein neunjähriges Mädchen vergangene Woche in Pinkafeld. Durch die Zivilcourage des Schulmädchens wurde ein vermutlicher Entführer in die Flucht geschlagen. Gegen 19 Uhr abends sind die neunjährige Oberösterreicherin und ihre Freundin mit der 16 Monate alten Schwester im Kinderwagen vor dem Internat der HTL spazieren gefahren.

Entführer beobachtete Mädchen aus seinem Kombi

Eines der Mädchen ging auf die Toilette. Die andere wartete mit dem Baby vor dem Eingang, als plötzlich ein schwarzer Kombi in die Einfahrt bog. „Der mutmaßliche Kindesentführer soll zwei Mal äußerst langsam bei dem Mädchen und dem Baby vorbeigefahren sein“, sagt Bernhard Bieler von der Polizei Pinkafeld.

Der Kombi verschwand auch recht schnell wieder. Als das Mädchen wiederkam, ging das andere Mädchen ebenfalls auf die Toilette. Das Auto bog wieder auf den Parkplatz ein.

„Nach Aussage des Kindes stieg der Mann aus dem Auto aus, machte die Hintertür auf und wollte den Kinderwagen samt Baby an sich reißen. Das Mädchen schrie den Täter an, dass er sie und ihre Schwester in Ruhe lassen solle und schlug ihm mehrmals auf die Hand“, schildert Bieler die Aussage der Schülerin. Plötzlich soll der Mann von dem Kind abgelassen haben und fuhr davon. Die Eltern verständigten schließlich die Polizei.

Täter soll zwischen 30 und 40 Jahre alt sein

Die Neunjährige konnte sich trotz der Ausnahmesituation an den Verdächtigen erinnern und gab der Polizei eine Täterbeschreibung ab. Der Verdächtige soll zwischen 30 und 45 Jahre alt sein und 170 bis 180 Zentimeter groß sein, er hat eine schlanke Statur und schwarze, kurze Haare.

„Am nächsten Tag wurde der Verdächtige laut Aussage der Familie abermals gesehen. Da will die Familie auch erkannt haben, dass der Kombi des Mannes ein Oberwarter Autokennzeichen hatte. Das Auto hatte auch verchromte Zierleisten“, erklärt Bieler. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Nötigung und Freiheitsentziehung. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Pinkafeld entgegen.

Ähnliche Fälle in der vergangenen Zeit sind nicht bekannt. Bürgermeister Kurt Maczek beruhigt: „Natürlich muss man Eltern verstehen, die aufgrund dieser Tat beunruhigt sind. Die Ermittlungen der Polizei sind noch nicht abgeschlossen, gerade deshalb sollte nicht zu viel Panik verbreitet werden.“