Erstellt am 15. Dezember 2010, 00:00

Entscheiden mittels Fakten. MICHAEL PEKOVICS über Chancen und Gefahren der Schulzusammenlegungen.

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Landeshauptmann Hans Niessl hat Recht, wenn er den Gemeinden eine „Schulschluss-Prämie“ anbietet und Unrecht, weil er das mit einem inoffiziellen Brief an die Bürgermeister macht. Mittel- und langfristig führt an diesem Schritt ohnehin kein Weg vorbei. Das weiß der Landeschef, das wissen die Bürgermeister und das spürgen auch die Bürger. Das ist keine Frage des Wollens, sondern des Müssens – die demografische Entwicklung weist ganz klar den Weg. Natürlich ist es – gerade jetzt, knapp zwei Jahre vor der Gemeinderatswahl – für die Ortschefs nicht leicht, Volksschulen in Ortsteilen zu schließen beziehungsweise zu größeren Einheiten zusammenzulegen.

Es ist pädagogisch wenig sinnvoll, wenn die Kinder zuerst einen zentralen Kindergarten, dann eine dezentrale Volksschule und im Anschluss wieder gemeinsam eine Neue Mittelschule besuchen. Außerdem ist anzuzweifeln, dass der gemeinsame Unterricht von Sechs- bis Zehnjährigen in einer Klasse ebenso gut ist, wie jener in Klassen mit gleichaltrigen Schülern. Nur hat keiner den Mut, das auch zu sagen. Weil Schulschließungen Stimmen kosten – und „Volksvertretern“ das eigene Hemd näher ist als der Rock.

KOMMENTAR

m.pekovics@bvz.at