Erstellt am 17. Juli 2013, 00:00

Er hat?s sicher nur gut gemeint. Michael Pekovics über die entfernten Totenköpfe des Gebeinhauses von Maria Weinberg. Zuerst ist man schockiert. Dann belustigt. Und schlussendlich bleibt doch nur ein Kopfschütteln.

Zuerst ist man schockiert. Dann belustigt. Und schlussendlich bleibt doch nur ein Kopfschütteln. Der Fall der 52 in Oberwart sichergestellten Totenköpfe wird sicher noch für einige Aufregung sorgen, so viel ist sicher. Schlechte Absichten hat Gert Dieter Imre aber nicht gehabt, eher im Gegenteil. Denn die Begründung, warum er die menschlichen Überreste aus dem Gebeinhaus der Wallfahrtskirche Maria Weinberg entfernt hat, klingt plausibel. Sicherlich ist es nicht gerade pietätvoll, wenn sich neben den Skeletten von Verstorbenen Müll und Unrat ansammeln. Und es ist löblich, dass sich Hobby-Historiker und Fremdenführer Imre der Sache angenommen und gemeinsam mit dem Mesner den Müll immer wieder entfernt hat. Aber dennoch rechtfertigt das alles nicht die Entfernung von menschlichen Überresten aus der dafür gedachten letzten Ruhestätte – so verdreckt diese auch sein mag. Was dieser Fall aber vor Augen führt, ist der augenscheinlich achtlose Umgang von Menschen mit Gedenkstätten und Denkmälern. Vielleicht hat sich Imre schuldig gemacht, das wird zu klären sein. Den Müll hat er aber nicht in den Karner geworfen, so viel ist sicher.