Pinkafeld

Erstellt am 19. Oktober 2016, 05:52

von Michael Pekovics

Mehrheit ist leise und doch laut. Michael Pekovics über eine Schmiererei, die zurecht Anlass zur Sorge gibt.

Ein Hakenkreuz hier, eine SS Rune da. Immer wieder kommen derartige Schmieraktionen vor – das ein oder andere Mal vermutlich aus Langeweile, im Fall von Pinkafeld (BVZ.at hatte vergangene Woche berichtet, siehe unten) aber mit einem Ziel: Nämlich einen Arzt, der sich in der Betreuung von Flüchtlingen engagiert, direkt anzugreifen. Das hat eine andere Qualität als Schmierereien von Jugendlichen und ist nicht nur angesichts der aufgeheizten Stimmung in unserem Land zu verurteilen.

Am Anfang derartiger Aktionen stehen Gedanken, dann fallen Worte und am Ende werden Taten gesetzt. Man mag sich nicht ausmalen, sollten die Hasspostings im Internet zum Thema Flüchtlinge und Asyl Realität werden. Denn dann brennen auch bei uns Flüchtlingsheime, so wie in Deutschland. Mäßigung ist das Gebot der Stunde und vor allem Respekt – vor dem Menschsein an sich.

Nicht zuletzt deshalb stand der als Gegenreaktion zu den Schmierereien veranstaltete Flash Mob in Pinkafeld unter dem Motto „Für mehr Menschlichkeit“. Mehr als 200 Personen haben ein unübersehbares Zeichen gesetzt – zwar nicht laut, dafür aber mit Nachdruck. Und damit bewiesen, dass die Mehrheit mit solchen Aktionen nicht einverstanden ist.