Erstellt am 10. November 2010, 00:00

Mehr Schaden als Nutzen. MICHAEL PEKOVICS über Schnellschüsse der Gewerkschaft.

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Die Geschichte rund um die Betriebsratsgründung bei McDonald´s hat der Gewerkschaft mehr geschadet als der Fast Food-Kette. Denn normalerweise hat Kritik vom „starken Arm“, ohne den in Österreich „nichts geht“, Hand und Fuß und wird ernst genommen. Wenn nun aber – und das nach gerade einmal zwei Tagen – die Gewerkschaft zurück rudert und meint, Kommunikationsprobleme seien für die vorschnell geäußerte Kritik verantwortlich, dann dürfte das nur die halbe Wahrheit sein.

Der Imageverlust ist aber schon da – auch wenn er noch andere Hintergründe haben dürfte. Wie nämlich aus gut informierten Gewerkschaftskreisen zu hören war, ist man auf Bundesebene gerade dabei, mit McDonald´s einen Kollektivvertrag für alle Mitarbeiter in Österreich auszuverhandeln. Irgendwie nachvollziehbar, dass die Fast Food-Kette die Gespräche umgehend einstellte – und die burgenländische Sektion der „vida“ einen Rüffel kassierte. Im Endeffekt hat sich die Gewerkschaft zwei Mal ein Ei gelegt: einerseits wurde die Verhandlungsposition mit McDonald´s geschwächt, andererseits hat die Arbeitnehmervertreter an Glaubwürdigkeit verloren.

m.pekovics@bvz.at