Erstellt am 04. Mai 2011, 00:00

Nicht schließen, reformieren!. MICHAEL PEKOVICS über die „Salami-Taktik“ der ÖBB, die der Region nachhaltig schaden kann.

 |  NOEN
x  |  NOEN

Das Ende des Personenverkehrs auf der Strecke Oberwart-Friedberg ist ein Armutszeugnis – sowohl für die ÖBB als auch für die Politik. Dass diese Verbindung nicht kostendeckend ist, liegt auf der Hand, ist die Bahn doch weniger attraktiv als der Bus: längere Fahrzeiten und zweimaliges Umsteigen sind nicht einladend. Aber nur weil diese Linie Verluste bringt, heißt das nicht, dass sie eingestellt werden muss. Schließlich sollte man doch meinen, dass der Güterverkehr der Bahn ein dickes Plus bringt.

Aber halt, so einfach ist es auch nicht, denn wir sind ja in Österreich. Während in anderen europäischen Ländern Verluste aus dem Personen- durch den Güterverkehr aufgefangen werden, schreibt die ÖBB auch hier teilweise ein großes Minus. Nicht die Schließung von Strecken, sondern eine Reform der ÖBB wäre angesagt. Denn schlussendlich geht es nicht darum, ob heute zehn, 20 oder 50 Personen mit dem Zug fahren, sondern um die Zukunft. Werden ländliche Regionen noch mehr von den Zentren abgeschnitten, fördert das nur die Landflucht. Die „Salami-Taktik“ der ÖBB könnte mehr Schaden anrichten, als auf den ersten Blick erkennbar ist.

KOMMENTAR

m.pekovics@bvz.at