Erstellt am 05. September 2012, 00:00

Kontroverse Ansichten zum Bildungszetrum:. DISKUSSIONEN / Laut Ortschef Hermann Pferschy läuft alles nach Plan. Direktor der NMS, Alfred Lehner, sieht das etwas anders.

...weist NMS-Direktor Alfred Lehner auf bislang nicht behobene Mängel im Boden der Spielhalle hin, für den es in diesem Zustand keine Nutzungsgenehmigung mehr gibt.ROIS  |  NOEN
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VON SILKE ROIS

MARKT ALLHAU / Es war in Markt Allhau das „Thema der Woche“: der Start im neuen Schul- und Bildungszentrum. Hieß es bis vor Kurzem noch, es liefen alle Fertigstellungsarbeiten „voll im Zeit- und Kostenplan“ – eine Aussage, an der ÖVP-Bürgermeister Hermann Pferschy nach wie vor festhält – so ließ Alfred Lehner, Direktor der NMS in der Vorwoche mit der Aussage aufhorchen: „Dem muss ich widersprechen. Nach Plan läuft es nicht.“

„Plötzlich ist das Geld aus,  es fehlt aber noch Einiges“

„Wie wir erfahren haben, ist das 5,5 Millionen Euro-Budget für das Schulzentrum plötzlich erschöpft, und manche Dinge sollen nun auf der Strecke bleiben.“ Der Boden in der Spielhalle stand auf einer eigens erstellten Prioritätenliste und sollte bis zum Schulstart völlig erneuert werden, erläutert Lehner. „Der Boden ist überall aufgerissen und es besteht Verletzungsgefahr.“ Hieß es seitens Bürgermeister Pferschy, man werde die brüchigen Stellen ausbessern und dann für ein weiteres Jahr die Nutzungsgenehmigung erhalten, so wird es nach neuestem Stand auch nach dieser Ausbesserung keine Genehmigung dafür geben. „Soeben war der Sachverständige da und hat gemeint, dass keine Genehmigung erteilt wird, wenn der Boden nicht erneuert wird“, so Lehner gegenüber der BVZ am Montag Früh.

Vor allem aber die Sport- und Freizeitanlage im Außenbereich, deren geplante Errichtung heuer nicht mehr umgesetzt werden soll, ärgert den Schulleiter. „Soll ich 150 Kinder in der Nachmittagsbetreuung bis fünf Uhr drinnen einsperren?“ Hätte es bis vor zwei Wochen noch geheißen, es gehe sich alles aus und es werde alles gemacht, so ist jetzt plötzlich alles anders, zeigt sich Lehner verständnislos.

Dieser Bau sei natürlich „etwas Gutes“, und man bekomme auch „ein wunderschönes Schulzentrum, an dessen Einrichtungen weiterhin so qualitativ hochwertig gearbeitet werden wird, wie bisher“, will der NMS-Direktor betont wissen. Aber dass nun geplante Dinge eingespart werden, weil sie sich finanziell auf einmal nicht mehr ausgehen, sei „verantwortungslos.“ Das könne er als pädagogischer Leiter nicht zulassen, so Lehner, der bei den bevorstehenden Gemeinderatswahlen auch als Spitzenkandidat der SPÖ antreten wird, dieses Thema aber, wie er sagt, nicht zu einem Politikum machen will. „Es geht hier um die pädagogische Arbeit. Und das, was jetzt nicht gebaut wird, wird gar nicht mehr gebaut. Denn keiner wird in den nächsten Jahren daran denken, noch etwas in dieses Schulzentrum zu investieren.“

Haben ein klipp und klar  definiertes Kostenlimit“

Bürgermeister Pferschy sieht die Sache hingegen anders. „Es wurde im Gemeinderat beschlossen, dass in erster Linie der Neubau des Kindergartens und der Volksschule komplett abgeschlossen wird – und dies ist auch geschehen– und die restlichen Gelder in die NMS fließen.“ Laut Pferschy war es nicht vorgesehen, dass alles auf der Prioritätenliste schon bis 3. September umgesetzt wird, und auch die Sport- und Freizeitanlage wäre in dem 5,5 Millionen Euro-Plan nicht enthalten, so der Ortschef. Wir haben um weitere Förderungen angesucht, die die Nachmittagsbetreuung betreffen, aber momentan sei das Budget ausgeschöpft. „Wir haben nun einmal ein klipp und klar definiertes Kostenlimit, und das können wir nicht überschreiten. Wir haben nur die aufsichtsbehördliche Genehmigung für ein 4,6, Millionen Euro-Darlehen. Ich bin für die Finanzen der Gemeinde verantwortlich und ich weiß mit dieser Verantwortung umzugehen.“

„Dass nun geplante Dinge eingespart werden, weil sie sich finanziell nicht mehr ausgehen, ist verantwortungslos. Denn das, was jetzt nicht gebaut wird, wird gar nicht mehr gebaut.“

Alfred Lehner, Direktor der NMS

„Es läuft alles nach Plan. Wir haben ein klar definiertes Kostenlimit. Das können wir nicht einfach überschreiten.“

Hermann Pferschy, Bürgermeister

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