Erstellt am 22. Oktober 2013, 12:58

Lichthupe: Strafe!. Kurios / Busfahrer warnt mittels Lichthupe vor Radarfalle und erhält Strafzettel für eine Tat, die eigentlich gar nicht strafbar ist.

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Von Vanessa Bruckner

KOHFIDISCH / Zugegeben! Wer hat?s noch nie gemacht? Aufblenden, um andere Verkehrsteilnehmer vor einer Radarfalle zu warnen? Und wer ist umgekehrt noch nie dankbar gewesen, dadurch einem Strafzettel entgangen zu sein? Seit 25 Jahren arbeitet ein Südburgenländer als Busfahrer (Anm.: Name der Redaktion bekannt). „In 25 Jahren habe ich noch nie eine Strafe bekommen oder Ärger mit der Polizei gehabt,“ erzählt er der BVZ. Aber bekanntlich gibt es immer ein erstes Mal.

Busfahrer warnte entgegenkommende Autofahrer

Der 58-Jährige war mit dem Bus in Richtung Großpetersdorf unterwegs, als er eine Radarbox entdeckte und daraufhin entgegenkommende Autofahrer mit Lichthupe davor warnte. „Im zweiten Auto, das ich warnte, saß allerdings jener Polizist, der die Radarbox installiert hatte. Ich hab mich zuerst noch gewundert, warum der Autofahrer so wütend auf meine Warnung reagiert hat. Er hat wild gestikuliert und geschimpft. Ein paar Kilometer weiter war dann alles klar, als mir der Polizist gefolgt ist und mich schließlich angehalten hat.“

Kein ausdrückliches Verbot

Als Grund für die Verkehrskontrolle wurde dem Busfahrer vom Exekutivbeamten „Warnung anderer Verkehrsteilnehmer mittels Lichthupe“ mitgeteilt. „Der Polizist hat mir gleich zwei Strafzettel ausgestellt. Zwei Mal zwanzig Euro musste ich bezahlen. Ein Strafzettel war auf Kohfidisch ausgestellt, der andere auf Kirchfidisch und wofür ich am Ende wirklich bezahlt habe, weiß ich bis dato nicht.“

Fakt ist nämlich: Es gibt laut Straßenverkehrsordnung kein ausdrückliches Verbot dafür, die Lichthupe zu betätigen, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen oder aufmerksam zu machen. Das bestätigt auch ein Sprecher des zuständigen Ministeriums. „Wenn ein Polizist nicht weiß, dass er mich wegen etwas zu einer Geldstrafe verdonnert, das wiederum gar nicht strafbar ist, ist das so, als ob ich als Busfahrer nicht weiß, dass es die Rettungsgasse gibt – eine Frechheit,“ so der Busfahrer empört.

Polizist: „Busfahrer hat Hände vom Lenkrad genommen"

Der Polizist, der ebenfalls namentlich nicht erwähnt werden möchte, sagt im Gespräch mit der BVZ: „Der Lenker des Busses hat nicht nur die Lichthupe betätigt, sondern beide Hände vom Lenkrad genommen, um auf das Radar zu deuten. Das ist nicht erlaubt. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass man durch das Betätigen der Lichthupe andere Verkehrsteilnehmer blendet.“

„Es war drei Uhr Nachmittag und herrlich blauer Himmel. Wen bitteschön soll ich unter diesen Umständen mit meinen Scheinwerfern blenden?“ entgegnet dieser verärgert und fordert: „Ich will meine 40 Euro zurück, ansonsten reiche ich eine Beschwerde ein.“