Erstellt am 24. Juli 2013, 00:00

„Luftschloss“ wird real. Baustart / Vor 25 Jahren wurde die Vision einer „Heimstätte für Jung und Alt“ geboren, die für viele Diskussionen sorgte. Am Donnerstag fiel dann der Startschuss für den ersten Bauteil.

Spatenstich. Bürgermeister Hermann Pferschy beim Startschuss für das Projekt »Heimstätte für Jung und Alt« von Ulrike und Wolfgang Habeler. Foto: Pekovics  |  NOEN, Pekovics
Von Michael Pekovics

MARKT ALLHAU / Rund ein Vierteljahrhundert ist es her, dass die gebürtige Markt Allhauerin Ulrike Habeler die Vision einer „Heimstätte für Jung und Alt“ entwickelte. Seit Montag dieser Woche wird das von Habeler seit 25 Jahren als „Luftschloss“ bezeichnete Projekt Realität.

Auf einem, von ihr geerbten 1,7 Hektar großen Grundstück in den Oberbergen fand am Donnerstag der Spatenstich für den ersten Bauteil –  ein Wohnhaus mit angeschlossener Kinderarztpraxis – statt. In weiterer Folge soll hier sogar die erste pädiatrisch-geriatrische Praxis Österreichs entstehen. Um dafür gerüstet zu sein, absolviert Habeler derzeit ihren Master in Geriatrie.

Die Kinderärztin bleibt damit ihrer Branche, der Medizin treu. Anders als ihr Gatte Wolfgang, der seinen Job als EDV-Spezialist an den Nagel hängte und kurz vor dem Abschluss seines Psychologiestudiums steht. „Zuerst habe ich diese Ausbildung nur nebenbei gemacht. Im Zuge eines Praktikums habe ich dann aber gemerkt, wie schön es sein kann, mit demenzkranken Menschen zu reden und ihnen damit zu helfen.“

„Jung und Alt – das ist Zusammenhalt"

Konkret geht es beim Projekt „Heimstätte für Jung und Alt“ darum, alten Menschen, die niemanden mehr haben der sich um sie kümmert und kleine Kinder, deren Eltern nicht für sie sorgen, gemeinsam unterzubringen – natürlich betreut von Pflegern und Sozialpädagogen. „Jung und Alt – Zusammenhalt, das wollen wir erreichen, dafür machen wir das Projekt“, erklärt das Ehepaar Habeler.

Für Bürgermeister Hermann Pferschy (ÖVP) könnte das im Vorfeld „umstrittene Projekt zu einem Musterbeispiel für ganz Österreich werden“. Pferschy spricht damit an, dass es zwei Bürgerversammlungen brauchte, um die Bedenken der Anrainer zu zerstreuen. SPÖ-Vizebürgermeister meint im Gespräch mit der BVZ, dass „es nie darum ging, das Projekt zu verhindern. Wir haben nur die Bedenken der Anrainer ernst genommen.“ Lehner stört aber, dass seitens der SPÖ niemand zum Spatenstich eingeladen war: „Damit habe ich eher ein Problem als mit sozialen Projekten.“