Erstellt am 24. August 2011, 00:00

Maczek: „Stunde Null“. ABGANG / Nach wochenlangen Querelen um seine Person, wirft Amtmann Mag. Christian Pfeiffer nun das Handtuch.

VON EVA-MARIA LEEB

PINKAFELD / Im Rahmen einer Pressekonferenz ließ SP-Bürgermeister Kurt Maczek die Bombe platzen: „Die Stadtgemeinde Pinkafeld steht heute schon zum zweiten Mal vor der Situation, dass ein Mitarbeiter aufgrund wiederholter persönlicher Angriffe in den Medien sein Dienstverhältnis aufkündigt.“

„Politisches Pharisäertum  schadet der Stadt Pinkafeld“

 

Eine gut geführte Gemeinde müsse, laut Bürgermeister, im Interesse der Gemeindebürger sein. „Es gibt aber auch offensichtlich Personen, die entgegengesetzte Interessen verfolgen und eine Schädigung des Gemeindewohls bewusst herbeiführen. Hinter dieser Hetzkampagne steht eindeutig der neue, von der ÖVP nominierte Spitzkandidat (Anmerkung: Friedrich Luisser), den man im Jahr 2007 in der eigenen Partei abmontiert hat und der seinen Vizebürgermeister vorschiebt, sich namentlich zu diesen Aussagen zu bekennen. Ich finde diese Vorgangsweise äußerst bedenklich, letztendlich als ein politisches Pharisäertum, weil man dadurch der Stadt Pinkafeld großen und nachhaltigen Schaden zufügt und sich hinter dem Vorhang dieses Polittheaters versteckt“, ist der Stadtchef erbost. Diese Art und Weise Politik zu betreiben gebe es in keiner österreichischen Gemeinde und stelle einen politischen Tabubruch dar.

Pfeiffer war durch zahlreiche Maßnahmen, wie etwa die Umstrukturierung des Bauhofes, in die Kritik geraten. Vor allem die ÖVP stellte immer wieder den Vorwurf in den Raum, der Amtmann würde ein „hartes Regime, in dem kein Mitarbeiter seine eigene Meinung sagen dürfe“, führen. VP-Vizebürgermeister Thomas Pickl zur Kündigung: „Die Vorgangsweise ist mir aus der Wirtschaft von sogenannten Sanierern hinlänglich bekannt. Am Anfang strukturieren sie um, reden Zahlen schön und stellen qualifizierte Mitarbeiter infrage. Wenn sie dann nicht mehr zurechtkommen, schmeißen sie alles hin. Dies ist nun schon der zweite Amtmann, der dem Bürgermeister wegläuft. Vielleicht sollte man seine Führungsqualitäten hinterfragen.“

Der vom Bürgermeister angesprochene VP-Spitzenkandidat Friedrich Luisser, sagt zu den Vorwürfen: „Vizebürgermeister Pickl braucht niemanden, der ihm sagt, was er zu tun hat. Ich selbst sage immer offen meine Meinung. Ich hatte mit dem Bürgermeister immer ein korrektes Verhältnis und werde dies auch weiterhin haben. Es geht nicht um Maczek und Luisser, sondern einzig und allein um Pinkafeld.“

Zum Zeitpunkt des Ausscheidens von Amtmann Pfeiffer erklärt Maczek: „Ich konnte ihn überreden, seine Arbeit noch bis Dezember weiterzuführen.“ Dazu meint VP-Vizebürgermeister Pickl: „Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, einen demotivierten, aber hochbezahlten Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Man sollte ihn lieber gleich gehen lassen.“