Erstellt am 02. April 2014, 09:00

von Elisabeth Kirchmeir

Mann (70) küsste Kind. Bezirk Güssing / Bei einem Fest im Südburgenland soll sich ein Pensionist an einem zehnjährigen Mädchen vergriffen haben.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka
Ein Fest in einem Kellerviertel blieb einem damals zehnjährigen Mädchen in schrecklicher Erinnerung: Ein 70-jähriger Mann, der ebenfalls an dem Fest teilgenommen hatte, war in ihr Zimmer geschlichen und hatte sie unsittlich berührt. Vorige Woche wurde er wegen sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen verurteilt.

„Gutenachtkuss“ verlangt

Das Mädchen hatte mit seinem Vater am 5. Juli 2013 an dem Fest teilgenommen; sie übernachteten in einem Kellerstöckel. Gegen 23.30 Uhr suchte das Mädchen das Schlafzimmer auf, da betrat plötzlich der 70-jährige Mann das Zimmer.

„Er hat mir auf die Brust gegriffen“, berichtete das Kind bei der gerichtlichen Einvernahme, die auf Video aufgenommen worden war und bei der Gerichtsverhandlung wiedergegeben wurde. Der Pensionist soll auch nicht davor zurückgeschreckt haben, der Zehnjährigen in die Hose zu greifen. Als sie sich wehrte, verlangte er einen „Gutenachtkuss“ von ihr, dann würde er von ihr ablassen.

„Ich sehe oft, dass sie Angst hat“

Am nächsten Tag kehrte das Mädchen, deren Eltern getrennt leben, zur Mutter zurück. „Mit so einem elenden Gesicht hatte ich sie noch nie gesehen“, erinnerte sich diese. „Ich wusste sofort, dass etwas passiert ist.“ Ihre Tochter habe sofort zu weinen begonnen und ihr erzählt, was ihr der Pensionist angetan hatte. Dem Vater hatte sie nichts gesagt, weil sie gedacht hatte, der Mann sei dessen Freund, und sie ihn nicht kränken wollte.

Ihre Tochter habe sich sehr verändert, berichtete die Mutter. Sie stehe an der Schwelle zur Magersucht, habe den Gitarrenunterricht beendet, weil sie dabei mit dem Gitarre-Lehrer alleine war, fühle sich in der U-Bahn und Straßenbahn von Männern beobachtet.

„Ich sehe oft, dass sie Angst hat“, erzählte die Mutter bekümmert. Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Dr. Wolfgang Rauter verurteilte den Mann, der sich nicht schuldig bekannte, zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 540 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.