Erstellt am 22. Juni 2016, 04:25

von Michael Pekovics

Mehr zahlen für Ehe: Ärger über Gebühren. Statt 60 Euro müssen Brautpaare 300 Euro für Trauung außerhalb des Büros zahlen. Aber nicht alle verrechnen das.

Standesamts-Verbände. Heiraten wird »einfacher«. Foto: Bilderbox  |  Bilderbox

Die seit Mai geltende Verordnung für Standesamtsgebühren (Kommissionsgebührenverordnung) sorgt für Aufregung bei Brautpaaren. Konkret geht es darum, dass künftig bei Trauungen durch Standesbeamte „außerhalb der Amtsräume“ 300 Euro verrechnet werden – davor mussten nur 60 Euro bezahlt werden.

„Nur ein Vorwand, um abzukassieren“

Per Erlass wurde zusätzlich geregelt, dass einzig und allein das Büro des Standesbeamten als „Amtsraum“ gilt, bei Trauungen in anderen Räumen des Gemeindeamts fallen ebenfalls 300 Euro an – auch wenn dieser Raum gleich neben dem Büro des Standesbeamten ist.

„Eine Frechheit sondergleichen, das ist doch nur ein Vorwand, um abzukassieren“, ärgert sich der Bräutigam im Gespräch mit der BVZ. „Ich halte so eine Politik für willkürlich, ungerecht, unsozial und gegen junge Familien gerichtet.“

Für Gilbert Lang, Leiter der burgenländischen Standesbeamten, sind die Gebühren aber nachvollziehbar: „Normalerweise wird die Extragebühr für das Service, außerhalb der Dienstzeit und außerhalb der Amtsräume heiraten zu können, von den Brautpaaren in Kauf genommen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern hatten wir bisher keine einheitliche Regelung für Sondertrauungen.“

Der Bräutigam ärgert sich trotzdem – einerseits wegen der „Kurzfristigkeit der Verordnung“, schließlich seien alle Einladungen schon verschickt, aber nicht alle Gäste werden im Büro des Standesbeamten Platz haben. Und andererseits wegen der „willkürlichen Definition“ von ‚Amtsräumen‘, die eine Trauung ausschließlich im Büro des Standesbeamten möglich macht: „Wir werden die 300 Euro nämlich nicht bezahlen ...“