Erstellt am 19. Januar 2011, 00:00

„Milan“: Fortführung wird angestrebt. SANIERUNG / Die Bäckerei „Varga“ hat 970.000 Euro Schulden. Bis Ende Februar entscheidet sich, ob es einen Rettungsplan gibt.

Elf Filialen gibt es von der Bäckerei Varga, seit 2007 unter dem Namen »Milan schmeckt man« bekannt. Ob und wie es weitergeht, ist vorerst unklar.  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART, GÜSSING / In der Vorwoche wurde bekannt, dass die Bäckerei Varga, seit 2007 unter dem Namen „Milan schmeckt man“ bekannt, in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Laut Kreditschutzverband von 1870 wurde am Donnerstag der Vorwoche das Sanierungsverfahren über das Unternehmen eröffnet. Laut eigenen Angaben beläuft sich der Schuldenstand des Unternehmens auf 970.000 Euro.

„Chancen auf Weiterführung  sind durchaus gegeben“

Mit der Abwicklung des Sanierungsverfahrens wurde Masseverwalterin Dr. Elisabeth Hrastnik beauftragt. Sie kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu hundert Prozent einschätzen, ob das Unternehmen bestehen bleiben kann, aber: „Die Chancen auf eine Weiterführung sind plausibel und gegeben, vielleicht sind einige Umstrukturierungen notwendig.“ Für konkrete Aussagen sei es aber noch zu früh. Hrastnik: „Angestrebt wird zumindest eine 20-prozentige Quote.“ Aktuell haben sich 44 Gläubiger gemeldet.

Die Prüfung des Konzepts  wird einige Zeit dauern

In den kommenden Tagen ist Hrastnik nun damit beschäftigt, das Konzept für die Weiterführung zu prüfen. „Ich gehe davon aus, dass das Konzept reiflich überlegt wurde“, meint die Masseverwalterin. Als Grund für die finanziellen Schwierigkeiten ortet Hrastnik „zuviele Filialen, auch an schlechten Standorten“. Für eine spezielle Beurteilung ist es aber noch „zu früh. Das ist meine erste Einschätzung, aber die Personalkosten an den zahlreichen Standorten dürften doch recht hoch gewesen sein“. Am 28. Februar soll über den Finanzierungsplan abgestimmt werden. Junior-Chef Milan Varga war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die Bäckerei Varga wurde 1951 von Franz Varga in Schachendorf gegründet. Mit nur 18 Jahren übernahm dessen Sohn Otto die Bäckerei und das dazu gehörende Gasthaus. Im Jahr 1986 wurde im EKO Oberwart die erste Brotstadl-Filiale eröffnet, darauf folgten zahlreiche weitere neue Filialen in vielen Ortschaften. Im Jahr 2007 übernahm Milan den Familienbetrieb von seinem Vater Otto. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 48 Mitarbeiter.