Erstellt am 15. April 2015, 10:04

von Vanessa Bruckner

"Miri" entert Bohrinsel. Miriam Friedrich kletterte aus Protest gegen geplante Ölbohrungen auf eine Bohrinsel. Die BVZ erreichte die Greenpeace-Aktivistin aus Rettenbach kurz nach der Aktion.

Mutig. Greenpeace-Aktivistin Miriam Friedrich auf der Bohrinsel »Polar Pioneer«. Greenpeace  |  NOEN, Greenpeace

Sechs Tage lang harrte die 23-jährige Studentin in luftiger Höhe auf der Bohrinsel „Polar Pioneer“ mitten im Nordpazifik aus. Miriam Friedrich hat damit, gemeinsam mit fünf weiteren Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace, gegen geplante Ölbohrungen von Shell in der Arktis protestiert.

Umweltschützer richteten Protestlager ein

Shell wolle in einer der sensibelsten Regionen der Erde nach Öl suchen, kritisierte Greenpeace. Am Ostermontag waren deshalb Umweltschützer - darunter auch die Südburgenländerin - mit Schlauchbooten zur 38.000 Tonnen schweren Plattform übergesetzt und richteten ein Protestlager ein. Shell lässt die Plattform aktuell in die Arktis schleppen, wo Probebohrungen vorgenommen werden sollen.

Wegen schlechten Wetters mussten Friedrich und ihre Kollegen vergangenen Samstag dann aus Sicherheitsgründen auf das Greenpeace-Schiff „Esperanza“ zurückkehren.

"Die weltweite Resonanz auf unsere Protestaktion ist unglaublich“

Die BVZ erreichte die Rettenbacherin via Telefon auf dem Schiff. „Es geht mir super! Die weltweite Resonanz auf unsere Protestaktion ist unglaublich“, erzählt Friedrich. Die Tage auf der Bohrinsel seien, trotz extremer Kälte und Wind, schnell vergangen. Angst habe sie keine gehabt. „Wir sind alle äußerst erfahrene Kletterer und haben mit unserer Aktion weder die Besatzung an Bord der Polar Pioneer noch uns selbst in Gefahr gebracht.“

Miriam, die bereits als Kind Unterschriften für Greenpeace-Aktionen sammelte, ist die einzige Österreicherin an Bord der „Esperanza“. „Wir folgen der Bohrinsel von Shell und sind jetzt kurz vor Seattle. Dort warten bereits Menschenmassen, die auch gegen die Bohrungen demonstrieren wollen. Unser Kampf ist ein friedlicher - aber definitiv noch nicht vorbei!“