Erstellt am 11. Juli 2012, 00:00

Mit zwei PS auf der Autobahn. KURIOS / Freilaufende Pferde auf der A2 bei Krumbach. Richard G. Senninger aus Stegersbach fing sie gemeinsam mit anderem Autofahrer ein: „Das war wie im Film.“

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VON MICHAEL PEKOVICS

KRUMBACH, STEGERSBACH / Kurz dachte Richard G. Senninger, Geschäftsführer des Tourismus-Marketings Stegersbach, er träume. Kein Wunder, war er doch am Donnerstag der Vorwoche als Beifahrer auf dem Weg Richtung Süden gerade von einem Nickerchen erwacht, als ihn plötzlich der Schrei des Fahrers weckte: „Zuerst habe ich es nicht geglaubt, dass zwei Pferde vor uns auf der zweiten Spur laufen“, erzählt Senninger im Gespräch mit der BVZ.

Senninger und Autofahrer  fingen Tiere gemeinsam ein

Rund drei Kilometer lang „verfolgten“ Senninger und der Fahrer die zwei Wallache. Kurz vor der Abfahrt Krumbach sprangen er und ein weiterer Autofahrer mit niederösterreichischem Kennzeichen aus ihren Fahrzeugen, um die Pferde einzufangen. „Ein slowakischer Pkw-Lenker hat uns Abschleppseile gegeben, mit denen wir die Pferde dann eingefangen haben.“

Keine Sekunde zu früh, denn ein Wallach hatte schon zum Sprung über die Mittelleitschiene auf die Gegenverkehrsbahn angesetzt. „Der wollte einfach rüber. Ich hatte riesige Angst um die Autofahrer, die in Richtung Wien unterwegs waren. Aber zum Glück kannte sich der Niederösterreicher mit Pferden aus. Wir haben dann auf das Eintreffen der Polizei gewartet.“ Die Beamten waren nach rund 15 Minuten vor Ort und bestellten einen Pferdeanhänger, um die Tiere abholen zu lassen.

Drei Pferde rissen aus,  eines lief aber zurück

„Drei Pferde sind von einer Koppel nahe Krumbach ausgerissen, eines kehrte wieder zurück. Die zwei anderen dürften über ein geöffnetes Tor einer Betriebsausfahrt auf die A2 gekommen sein“, vermutet Autobahnpolizist Herzog. „Zum Glück haben die beiden Autofahrer perfekt reagiert. Deshalb ist das Ganze sowohl für Mensch als auch für Tier glimpflich ausgegangen.“

„Sowohl erlebst du nur einmal im Leben“, ist Richard Senninger überzeugt. „Das war wie in einem Film.“

Eigentlich hat Richard G. Senninger „Riesenrespekt“ vor Pferden, aber dann schlug er alle Bedenken in den Wind und holte mit einem anderen Autofahrer die zwei Wallache von der Autobahn: „Einer wollte sogar auf die andere Spur springen“, schildert er.

ZVG