Erstellt am 31. Juli 2014, 06:31

von Michael Pekovics

Im Süden nur Busse. Gesamtverkehrsstrategie ist beschlossen: Für Süden nur Machbarkeitsstudie, Konzept und die „Sicherung“ des Status quo.

Pendler. »Qualität der Busverbindung nach Wien sichern und ausbauen« ist eine der Pendler-Maßnahmen. Ob Bahnverbindungen machbar sind, wird geprüft.  |  NOEN, zVg
Zwölf Jahre nach dem burgenländischen „Gesamtverkehrskonzept“ gibt es nun die neue „Gesamtverkehrsstrategie“ für das Burgenland, die am 22. Juli von der Landesregierung beschlossen wurde. An der voraus gegangenen Befragung beteiligten sich über 10.000 Haushalte und damit über 23.000 Menschen, rund 500 Personen besuchten die zehn Bürgerversammlungen.

Im Süden wird Bestand gehalten – mehr nicht

Für die Landespolitik ist die Gesamtverkehrsstrategie jedenfalls die Grundlage dafür, um „mehr Mobilität – nachhaltig, innovativ, sicher – für alle Burgenländer zu erreichen“, heißt es dazu von der Mobilitätszentrale Burgenland. Und weiter: „Die ersten Schritte zur Umsetzung beginnen jetzt.“

Als erste Maßnahmen soll eine Offensive für Pendler gestartet werden. Konkrete Maßnahmen sind der Umbau von Bahnhöfen, neue Park- & Ride-Anlagen sowie der Ausbau der A4 – alles im Norden. Und im Landessüden: „Qualität der Busverbindungen nach Wien sichern und ausbauen“ sowie eine „Machbarkeitsstudie zur Wiederrichtung der Bahnstrecke Oberwart-Szombathely“ und ein „Betriebskonzept für die Strecke Oberwart-Friedberg“.

Kritiker: „Diese Ankündigung ist keine Innovation“

Das ruft natürlich Kritiker auf den Plan. Seitens der Grünen lässt die Oberwarter Gemeinderätin Maria Racz kein gutes Haar an den Plänen: „Oberwarts Wünsche wurden völlig ignoriert, die Umsetzungspläne beschränken sich auf das Nordburgenland. Der Süden wird mit einer ‚Machbarkeitsstudie‘ wie gewohnt hinten angestellt.“

Ins selbe Horn stößt auch die Plattform „Südburgenland Pro Bahn“: „Die Ankündigung, etwas Bestehendes bestehen zu lassen (Anm.: Buslinie G1) ist keine Innovation. Besser wäre es, die ÖBB Vorteilscard, mit denen Pendler im Nordburgenland zum halben Preis fahren können, auch für die Buspendler des Südens anzubieten“, sagen Johanna Glaser und Christoph Wachholder. „Die Wünsche des Südens werden einfach ignoriert.“


Petition für die S7

Wie berichtet, haben die Bürgermeister aus dem Bezirk Jennersdorf die Petition für den Ausbau der Bahn und der S7 verfasst. Nationalrat Niki Berlakovich hat dieses Anliegen im Parlament in den Petitionsausschuss eingebracht. Dadurch kann die Petition nun auch online unterschrieben werden – www.parlament.gv.at .